Die Drillinge Marlen, Leonie und Anelie aus Philippinenthal halten ihre Eltern auf Trab

Stress und Spaß mal drei

Familienfoto mit Drillingen: (von links) Opa Nuraga, Vater Wilfried Müller, Mutter Fahira und Oma Allija mit den Drillingen Marlen, Leonie und Anelie. Leonie und Anelie sind eineiige Zwillinge. Foto: Laumann

Wolfhagen. Es ist einer der wenigen ruhigen Momente an diesem Tag. Marlen, Leonie und Anelie trinken warme Milch. So wie jeden Nachmittag. Es kommt kein „Papa“, auch Mama wird nicht gerufen. „Da muss man gar nichts zu sagen“, sagt Papa Wilfried dann doch und lehnt sich mit einer Tasse Kaffee zurück.

Mit der Ruhe ist es sonst bei den Müllers aus Philippinenthal nicht weit hin. Die 20 Monate alten Drillinge halten Wilfried und Fahira auf Trab.

Umso mehr freuen sich die Müllers über Unterstützung. Durch Wilfried Müllers Eltern, aber auch durch Fahiras. Mutter Allija (65) und Vater Nuraga (65) sind seit Juni da - und helfen, wo sie können.

Mit den Drillingen hat sich am 16. November 2009 das Leben der Müllers radikal verändert. Mal eben einkaufen gehen oder etwas erledigen - das ist mit drei kleinen Kindern fast unmöglich. „Bis man alle drei abschnallt und in den Kinderwagen setzt - das dauert. Das ist ein Riesenaufwand“, erklärt der 46-jährige Drillingsvater.

Auch seine 34-jährige Frau kennt die Hürden des Alltags: „Was andere mit einem Kind machen, müssen wir eben mit dreien schaffen.“ Füttern, Wickeln, ins Bett bringen. Die Mülllers haben sich manchen Kniff überlegt. „Wir haben uns eingespielt. Man muss eben gut organisiert sein“, sagt Wilfried Müller.

„Man muss eben gut organisiert sein.“

Wilfried müller Drillingsvater

Aber der Stress ist nur die eine Seite. Es gebe viele lustige und schöne Dinge. Gerade jetzt, wo die drei Mädchen sprechen lernen oder immer mehr miteinander spielen.

Derzeit stehen aber Oma Allija und Opa Nuraga hoch im Kurs. Im Oktober 2010 war die Familie letztmals so zusammen. Die Drillinge wiederzusehen, war für Allija ein besonderer Moment: „Ich konnte es gar nicht glauben, wie groß die drei geworden sind. Ich war überglücklich.“ Gerne würden die Müllers zum Gegenbesuch nach Bosnien aufbrechen. Doch die Strecke ist für die Kinder zu lang.

Bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr zehren die Großeltern, die Ende August abreisen, von den Erinnerungen. Wie die Kinder spielen, sie gemeinsam spazieren gehen oder zusammen essen.

Allija und Nuraga werden sich dann in ihrem Zuhause in der Nähe von Tuzla oft genug fragen, was die fünf in Philippinenthal wohl gerade machen.

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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