Stricken gegen die Kälte - Decken aus Wolfhager Land helfen weltweit

Hilfe kommt an: Ein Container mit Hilfegütern, die dieses Jahr wieder nach Malawi geschifft wurden, versorgt eine Gruppe von Waisenkindern im Norden Malawis. In den Händen halten die Kinder auch Decken der Strickgruppen. Foto: Privat

Altenhasungen. Wertvolle Arbeit der Strickerinnen aus dem Wolfhager Land: Bei einer Veranstaltung im Gemeindehaus stellte Brigitte Winter, Vorsitzende der Malawihilfe aus Gelnhausen, ihre Vereinsarbeit vor. Die unzähligen Decken, Höschen und Mützchen der fleißigen Frauen schützen seit vielen Jahren Babys und Kinder vor Kälte.

40 Frauen aus Altenhasungen, Niederelsungen, Elbenberg, Wettesingen und Haldorf (Grifte) lauschten der Referentin.

Winter dokumentierte anhand einer Diashow die Vereinsarbeit und zeigte den Frauen, dass ihre Handarbeit gebraucht wird. „Ganz viele Menschen sind so arm, dass sie keine warmen Decken für ihre Kinder haben.“ Dabei sei es gerade in der Regenzeit und in der Nacht sehr kalt. „Die Decken sind von unschätzbarem Wert“, so Winter. In großen Containern werden regelmäßig medizinische Geräte, Näh- und Strickmaschinen oder Bekleidung nach Malawi geschifft. „Da die Decken im Container in alle Ecken gestopft werden, nehmen sie auch keinen zusätzlichen Platz weg.“

Wöchentliche Treffen

Der Niederelsunger Strickkreis existiert seit 25 Jahren. Ein Mal in der Woche treffen sich fünf bis sechs Frauen im Gemeindehaus, um fleißig die Strick- und Häkelnadeln zu schwingen. „Wir sind froh, dass wir zusammenkommen und schnuddeln können“, sagt Elfriede Reckert. Außerdem sei ihre Generation gewöhnt, Wolle in den Händen zu halten und zu stricken. „Wir wissen, dass wir damit Gutes tun und anderen helfen“, betont die 80-Jährige.

Seit 30 Jahren gibt es den Strickkreis in Wettesingen. „Ich bin glücklich, wenn ich sehe, dass die Decken dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagt Wilfriede Flörke. Auf den Bildern könne man manchmal seine Decken anhand des Musters erkennen. „Ich gehe in dieser Arbeit auf.“ Die Geselligkeit im Strickkreis schätzt auch Gerlinde Domisch, die fleißig Decken in Altenhasungen strickt. „Es ist toll, wenn man was Nützliches macht und anderen hilft“, betont die 74-Jährige.

In den 15 Jahren haben die Altenhasunger Strickerinnen 1590 Decken und 112 Höschen verschickt. Helga Reichmann war vom ersten Tag an dabei und hat an die 150 Decken hergestellt. „Ich bin selbst ein Flüchtling gewesen und kann mich in die Situation hineinversetzen.“ Die 78-Jährige ist stolz, dass sie einen kleinen Beitrag leiste, um den Kindern zu helfen. Die fleißigen Frauen „ribbeln“ auch gebrauchte Kleidungsstücke auf, um die Wolle wiederzuverwerten. Strickende Hände und Woll-Spenden sind in allen Strickkreisen im Wolfhager Land willkommen.

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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