Stricken will gelernt sein: Selbstversuch mit zwei Nadeln und einem Knäuel Wolle

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Übung macht den Meister: Dass stricken schwieriger ist, als es aussieht, das musste HNA-Volontär Nico Beck im Rahmen seines Selbstversuchs beim Strickkreis im Naumburger Wollparadies erkennen.

Naumburg. Na, so schwer kann das doch nicht sein, dachte sich unser Volontär Nico Beck und machte sich auf, ohne Vorkenntnisse, das Stricken auszuprobieren. Und zwar in einer Runde von echten Expertinnen. Lesen Sie hier von seinem Selbstversuch:

In vertrauter Eintracht sitzen sechs Damen um einen runden Tisch und stricken, bis die Finger glühen. Ich bin von Vollprofis umgeben. Dennoch strotze ich voller Selbstvertrauen und Tatendrang, schnappe mir ein Wollknäuel und zwei Stricknadeln und will loslegen. Das Endprodukt habe ich schon vor Augen: Ein Schal in den schwarz-gelben Farben meines Lieblings-Fußballvereins.

Aber schon bei der korrekten Handhabung einer Stricknadel staune ich das erste Mal ungläubig. Mit meiner großen Hand und den langen Fingern ist das gar nicht so einfach. Und mit meiner Essstäbchen-Haltung werde ich auch nicht weit kommen, sagen mir die freundlichen Damen aus dem Strickkreis. Aber die erste Hürde überspringe ich noch relativ locker, auch wenn der Respekt gegenüber der Aufgabe größer geworden ist.

Immer wieder verzettelt

Petra Morgenthal engagiert sich sehr, um mir zu erklären, wie ich im ersten „richtigen“ Arbeitsschritt die Maschen aufnehme. Wie das funktioniert, verstehe ich sofort, aber Theorie und Praxis sind immer so eine Sache für sich.

Gemeinsam macht es mehr Spaß: Jede Woche treffen sich einige Frauen im Laden von Petra Morgenthal (2. von rechts), um sich Tipps zu geben und Erfahrungen auszutauschen.

Ich muss immer wieder meine Nadel-Haltung korrigieren. Zudem spüre ich die Blicke der Profis, was meine Situation nicht einfacher macht. Um nicht gänzlich zu verzweifeln, erhalte ich Hilfestellungen, sodass ich nun mit den rechten Maschen beginne.

Ich konzentriere mich auf die richtige Haltung der nun beiden benötigten Nadeln, doch so richtig funktioniert es nicht. Wieder und wieder verzettele ich mich, muss neu anfangen. Ich stoße an meine Grenzen. Die Frustration steigt. Aber aufgeben will ich nicht. Ich mache weiter, bis ich endlich meine ersten beiden Maschen erzeugt habe.

Obwohl ich ehrgeiziger Sportler bin, merke ich, dass es an der Zeit ist, die Aufgabe und damit meine Strick-Karriere vorerst auf Eis zu legen. Meinen Schal werde ich eh nicht fertigstellen.

Aber ich bin froh, den Versuch gestartet zu haben. So habe ich ein Gefühl dafür, wie viel Arbeit und Fingerfertigkeit hinter einem selbstgestrickten Socken stecken. Das weiß ich künftig noch mehr zu schätzen. Heute weiß ich, was es heißt, wenn man sagt: „Stricken will gelernt sein“.

Von Nico Beck

Quelle: HNA

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