Die Strom-Trasse unter der Lupe

Leitungsbauer Tennet bietet Informationsmärkte

Informationsmarkt in der Melsunger Stadthalle: Von links Bernd Wagner, Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht und Sven Wagner vor parzellenscharfen Plänen für die 380 KV Leitung von Wahle nach Mecklar. Foto: Dewert

Kreisteil Melsungen. Jeweils bis zu 120 Besucher schauten in diesen Tagen bei Veranstaltungen des Stromleitungsbauers Tennet in Pläne für die 380 Kilovolt-Leitung durch den Kreisteil Melsungen. Diese Bilanz zog Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht nach Abschluss der Informationsmärkte, die in Guxhagen, Morschen und Melsungen über die Bühne gingen.

Dirk Fehr aus Wollrode war bei der Veranstaltung in Guxhagen dabei. Dort schlug der Landwirt nach eigenen Angaben vor, einen Strommast auf einem seiner Felder unweit vom Sportplatz Wollrode 30 Meter in Richtung Wald zu verschieben. Möglicher Vorteil: Bei der Bewirtschaftung seines dortigen Grünlands müsste er mit seinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen keine Schlenker um den neuen Strommast fahren.

Auch Ralf Kauffeld und Volker Wolfram aus Guxhagen besuchten die Märkte. Kauffeld sieht die Verfügungsgewalt über sein Eigentum durch die Stromleitung eingeschränkt. Felder könnten nicht mehr für andere Zwecke genutzt werden, etwa als Reiterhof. Wer in Windkraft investiere, erhalte regelmäßig Einnahmen. Für den Strommast auf dem Feld gebe es dagegen nur eine Entschädigung. Fahre man aus Versehen gegen den Mast, müsse man auch noch für die Schäden aufkommen, erklärt Kauffeld, der auf dem Informationsmarkt der Tennet nicht mehr erfahren haben will, als er ohnehin wusste. Volker Wolfram hat die Tennetmitarbeiter als gesprächsbereit erlebt. Das Ganze sei als Aufklärung ohne rechtliche Funktion zu verstehen. Man dürfe dabei nicht so tun, als gehe es um Bürgerbeteiligung.

Tennet sammelt Vorschläge

 Bei den Informationsmärkten eingebrachte Vorschläge hat die Tennet laut Lieberknecht gesammelt. Bis Ende August sollen sie in die Trassen-Pläne eingearbeitet werden. Bis zum Jahresende soll das Material dann den Behörden vorliegen und im ersten Quartal 2014 veröffentlicht werden. Dann sind erneut Einwände gegen die Planung möglich, erklärte Lieberknecht. Trotz einzelner strittiger Fragen sieht die Tennet nach den Informationsmärkten in der Öffentlichkeit ein grundsätzliches Verständnis für eine Notwendigkeit der 380 KV Leitung. Die sei für die Energiewende nötig, erklärte Lieberknecht. Erfreut zeigte sich der Sprecher über die Atmosphäre bei den Veranstaltungen: Die habe er durchweg als sehr sachlich empfunden, auch wenn man nicht jeden habe überzeugen können.    

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Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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