Wabern bleibt bei seinem alten Stromversorger Eon

Wabern. Den Strom für die Menschen in Wabern liefert auch in den kommenden Jahren die Eon-Mitte aus Kassel. Die Gemeindevertreter stimmten am Donnerstag einhellig für einen neuen Konzessionsvertrag mit dem bisherigen Lieferanten.

Der Vertrag ist rückwirkend ab 1. Januar 2012 gültig und läuft über 20 Jahre. Allerdings gibt es frühere Sonderkündigungsrechte.

Der Entscheidung der Parlamentarier gingen ausgiebige Informationen und Diskussionen über die künftige Stromversorgung der Gemeinde voraus. In der Diskussion war auch, der neu gegründeten Stromversorger-Gemeinschaft Enerkom, die zehn Nordkreisgemeinden gegründet haben, beizutreten.

Letztliche sei die ungeklärte Zukunft der Eon-Mitte, die von ihrer Muttergesellschaft Eon verkauft werden soll, ein Grund dafür, zunächst bei dem bekannten Unternehmen zu bleiben, sagt Georg Bauer für den Haupt- und Finanzausschuss.

Jochen Ritter (FWG) betonte, dass sich die Euphorie und Goldgräberstimmung auf dem Strommarkt inzwischen etwas abgeschwächt habe, dass sich vieles tue und ändere. Man sollte deshalb bei dem bleiben, was man habe.

Es gebe ausreichend Möglichkeiten, auch vorzeitig den Vertrag zu kündigen, wenn sich sinnvolle Alternativen ergäben, sagte Ritter.

Ebenfalls einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter für den Bau des Altenpflegeheims auf dem Gebiet des Karlshof-Parks aus. 52 Plätze für alte Menschen sollen dort entstehen. Auf Nachfrage ergänzte Bürgermeister Günter Jung, dass zunächst kein Betreutes Wohnen geplant sei. Jedoch könne er sich vorstellen, dass die Investoren bei Bedarf auch ein weiteres Gebäude dafür bauen würden.

Die Waberner Gemeindevertreter sprachen sich in Niedermöllrich deutlich und einstimmig gegen die Suche nach Schiefergas, das sogenannte Fracking, in Nordhessen und speziell auf dem Gebiet der Gemeinde Wabern aus. Die Fraktionen von SPD und CDU hatten sich in Anträgen dagegen gewandt und eine gemeinsame Erklärung formuliert, der alle Parlamentarier zustimmten.

Es gebe viel zu viele Unwägbarkeiten beim Fracking, etwa bei den Folgen für das Grundwasser durch die Einbringung verschiedener Chemikalien, erläuterte Jürgen Schweinebraden (FWG). Er wies darauf hin, dass sich in Kassel eine Bürgerinitiative gegen Fracking gebildet habe. „Wir sind gefordert uns zu engagieren“, sagte er und bat wie auch Kristian Ewald (CDU) um Unterstützung für die Fracking-Gegner. „Andere denken nach, wir denken voraus“, zitierte er Altrocker Udo Lindenberg.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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