Oberlandesgericht Düsseldorf

Wolfhager Netz-Versorger: Urteil hat keinen großen Einfluss auf Strompreis

+
Knotenpunkte für Versorgung: In den Umspannwerken kann das Stromnetz geschaltet werden.

Wolfhager Land. Durch ein Gerichtsurteil sind die Hoffnungen auf einen sinkenden Strompreis zerstört. Örtliche Netzbetreiber sprechen über die Auswirkungen für Verbraucher. 

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied in seinem jüngsten Urteil, dass die Bundesnetzagentur die Garantie-Rendite für die Betreiber von Strom- und Gasnetzen nicht so stark kürzen darf wie geplant. Vorausgegangen ist, dass die Netzagentur, nach Auffassung des Oberlandesgerichtes, die Sätze zu niedrig bemessen habe und sie jetzt neu festlegen müsse.

Kurzfristig keine Änderungen am Strompreis

Matthias Boos von den Stadtwerken Wolfhagen erklärt, dass sich kurzfristig am Strompreis nichts ändern werde. „Denn bis die Bundesnetzagentur die Verzinsung neu festlegt, dauert es noch“, sagt er. Dementsprechend werde sich in diesem Jahr nichts an den Strompreisen ändern, versichert er.

Außerdem beziehe sich das Urteil nur auf einen kleinen Anteil des Strompreises. Nämlich auf das Nutzungsentgelt und dessen Kapitalverzinsung. „Dieser Anteil ist relativ gering und hat damit wenig Auswirkungen auf den Strompreis“, sagt Matthias Boos.

Großteil des Strompreises sind staatliche Abgaben

Dasselbe bestätigt auch Stefan Schaller, Geschäftsführer der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Etwa 53 Prozent des Strompreises seien staatliche Abgaben wie zum Beispiel Steuern und Umlagen. „Daran ändert sich auch nichts“, sagt er. Das gelte auch für die Vertriebskosten. Lediglich der Anteil der Netzkosten, die bei der EWF bei 22 Prozent liegen, müssten mit dem Eigenkapital verzinst werden und wären von dem Urteil betroffen. „Dieser Anteil ist aber so gering, dass es keine Auswirkungen auf die Strompreise hat“, erklärt Schaller.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare