Stromversorger KBG und Eon Mitte streiten um Netze

KBG-Geschäftsführer Wolfgang Imberger

Homberg. Die Homberger Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (KBG) befindet sich im Rechtsstreit mit dem Konkurrenten Eon Mitte. Eigentlich hätte der Stromversorger aus der Kreisstadt schon längst auch die Netze in den Stadtteilen übernehmen sollen.

Vor zwei Jahren hatte die Stadt die Konzessionen für die Strom- und Gasnetze an die KBG vergeben.

Diese Übernahme werde von Eon Mitte „rechtswidrig verweigert“, wie Wolfgang Imberger, der Geschäftsführer der KBG, in der Generalversammlung berichtete.

In dem Konflikt gehe es um das Mittelspannungsnetz, unter anderem mit den Trafostationen, das für die KBG unverzichtbar sei. Die Bundesnetzagentur sei angerufen worden und habe bestätigt, dass Eon Mitte dieses Netz freigeben müsste. Das Kasseler Unternehmen habe aber von seinem Beschwerderecht Gebrauch gemacht. Nun sei ein Verfahren beim Oberlandesgericht Düsseldorf anhängig.

Über die umstrittenen Netze werden in den Homberger Stadtteilen etwa 2500 Stromkunden versorgt. Derzeit beliefert die KBG 8000 Kunden, die nicht mehr ausschließlich aus der Kreisstadt stammen müssen.

Man werde den Strompreis in diesem Jahr konstant halten, kündigte Imberger an. Im günstigsten Tarif kostet die Kilowattstunde derzeit brutto 22,73 Cent, der monatliche Grundpreis beträgt 6,55 Euro.

Im Oktober werde die neue Umlage für die Erneuerbaren Energien bekannt gegeben, auf die man wahrscheinlich reagieren müsse.

Die Einspeisung von Solarstrom aus Fotovoltaikanlagen habe deutlich zugenommen. 212 gibt es derzeit im Geschäftsgebiet der KBG und damit 50 mehr als im Jahr zuvor. Sie haben eine Gesamtleistung von 6000 Kilowatt/Peak (Spitzenwert). Theoretisch reiche das aus, um die Kernstadt mit Strom zu versorgen, sagte Imberger.

Im vergangenen Jahr sei die KBG auch ins Gasgeschäft eingestiegen. Die Zahl der Kunden sei von 215 zum Ende des vergangenen Jahres auf jetzt 360 gestiegen. Die weitere Entwicklung bei Eon, die angekündigt hat, die Geschäftsanteile von Eon Mitte zu verkaufen, werde bei der KBG sehr aufmerksam verfolgt. Über die Strom-Union Nordhessen (SUN), der auch der Homberger Versorger angehört, könne man sich eine Beteiligung an einer neuen Gesellschaft durchaus vorstellen, sagte Imberger.

Für 1,25 Millionen Euro hat die KBG in 2011 ihr Vertriebs- und Verwaltungsgebäude aufgestockt und nach Energiespar-Kriterien modernisiert. Auch personell hat das Unternehmen aufgestockt. Fünf neue Stellen seien im vergangenen Jahr geschaffen worden, sagte Imberger. Derzeit beschäftigt die KBG 17 Leute.

KBG in Zahlen

Umsatz: 7,1 Mio. Euro
Bilanzgewinn: 367 000 Euro
Dividende: 9 Prozent
Eigenkapital: 8,5 Mio. Euro
Gewerbesteuer- und Konzessionsabgabe an die Stadt Homberg: 300 000 Euro
Mitarbeiter: 17
Kunden: 8000
Spenden: Aus einem Tag der offen Tür 1200 Euro an die Jugendwehren und den Spielmannszug Homberg. 2500 Euro für die Marktplatzkonzerte.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare