Struktur fürs Kopfkino: Melsunger verfasste Handbuch zum Drehbuchschreiben

Im Internet zu Hause: Tom Schäfer aus Melsungen hat ein Online-Handbuch zum Drehbuchschreiben entwickelt und veröffentlicht. Foto: Dewert

Melsungen. Tom Schäfer hat ein Handbuch zum Thema Drehbuchschreiben veröffentlicht. Dabei hat der 28-jährige Melsunger eigentlich mit der Materie nichts zu tun.

„Das Projekt ist auf jeden Fall ungewöhnlich“, sagt Schäfer. Er sei eigentlich wie die Jungfrau zum Kinde zum Drehbuch-Handbuch gekommen. Schäfer ist Vermarktungsprofi für Internetauftritte. Nach seinem Fachabitur an der Radko-Stöckl-Schule hat er sich auf Suchmaschinenoptimierung und ähnliche Internet-Dienstleistungen spezialisiert.

Zufällig auf Idee gekommen

Ihm sei beim Umherstreifen im Internet aufgefallen, dass es kein E-Book und keine Online-Angebote zum Drehbuchschreiben gebe. Ein E-Book ist ein digital verfügbares Buch. So sei damals die Idee entstanden, sich in die Materie einzuarbeiten und ein Online-Angebot zu schaffen.

Jetzt, nach einem Jahr und vielen Irrungen und Wirrungen sind das E-Book, ein Internetauftritt und Online-Kurse fertig. Zwischenzeitlich sei er aber an einem Punkt gewesen, alles Schäfer.

Er habe sich durch die gedruckten Handbücher gekämpft und die Internetseite www.drehbuchschreiben.org gehostet. Dort wollte er von Internetnutzern wissen, welche Informationen sie sich zum Thema wünschen. Dank seiner Vermarktungsfähigkeiten sei seine Seite bei Suchanfragen immer ganz oben gelistet gewesen. „Ich habe viel Resonanz bekommen und versucht, die Fragen in meinem ersten Entwurf zu berücksichtigen.“ Die Kritik von professionellen Drehbuchschreibern sei indes sehr durchwachsen gewesen. Einigen hatte er seinen Entwurf zur Durchsicht geschickt und ein Honorar für eine Kritik angeboten. „Da wollte ich schon hinschmeißen“, sagt Schäfer.

Co-Autor rettete Projekt

Eine Co-Autorenschaft mit einem der Rezensenten habe das Projekt aber gerettet. Gemeinsam mit Kai Guballa entstand dann doch „Vom Kopfkino zum Drehbuch“, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum eigenen Drehbuch.

Thematisiert werden zum Beispiel Bereiche wie Storyboard erstellen, roter Faden, Stil- und Spannungselemente, einzelne Szenen schreiben, Zielgruppen eines Filmprojektes, Kamera-Sprache und Umsetzung der Zeit im Film.

In Zeiten von Smartphones und Tablet-PCs hat quasi jeder eine Kamera und Video-Portale bieten die Möglichkeit, erste Werke zu veröffentlichen. Die Zielgruppe sei also deutlich größer als einige Film-Studenten in Deutschland. Das E-Book arbeitet mit vielen praktischen Lektionen und Arbeitsanweisungen. Auch was mit dem fertigen Drehbuch gemacht werden kann, wird erläutert. Zum Reinschnuppern bieten Schäfer und Guballa einen kostenlosen Crash-Kurs auf der Internetseite an.

Die Kritiken der ersten Käufer des Buchs sind gut und machen Schäfer Mut, weitere Projekte zu entwickeln. „Auch wenn ich trotz der Arbeit keine Lust bekommen habe, selbst ein Drehbuch zu schreiben, schaue ich mittlerweile Filme ganz anders“, sagt Schäfer und lacht.

Weitere Infos unter: www.drehbuchschreiben.org

Quelle: HNA

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