25-Jähriger wegen Diebstahls im Supermarkt zu einer Geldstrafe verurteilt

Strumpfhose für die Freundin

Treysa. Um den Diebstahl einer Damenstrumpfhose im Wert von 5,99 Euro ging es bei einer Verhandlung am Amtsgericht Schwalmstadt. Vor dem Jugendrichter verantworten mussten sich eine 21-Jährige und ihr 25-jähriger Lebensgefährte aus dem Altkreis Ziegenhain.

Laut Anklage hatte die junge Frau ihren Freund im Februar dieses Jahres dazu angestiftet, die Strumpfhose in einem Schwalmstädter Supermarkt für sie zu stehlen.

Wegen Diebstahls verurteilte das Gericht den 25-Jährigen zu einer Geldstrafe von 120 Euro. Zudem trägt er die Kosten des Verfahrens. Das Verfahren gegen die in der Vergangenheit bereits strafrechtlich in Erscheinung getretene 21-Jährige wurde eingestellt. Das Gericht erteilte ihr eine Ermahnung, künftig keine Straftaten mehr zu begehen.

Während der Gerichtsverhandlung rang die Angeklagte sichtlich mit sich selbst, nicht laut zu werden. Die psychisch labile 21-Jährige beteuerte vehement, sie sei an dem Strumpfhosendiebstahl nicht beteiligt gewesen.

„Bleib ruhig!“, forderte ihr Lebensgefährte sie mehrmals auf. Er nahm die gesamte Schuld auf sich. „Ich gebe die Tat zu“, sagte er. Er habe versucht, die Strumpfhose für seine Freundin zu entwenden. „Ich hab es gemacht. Sie hat mich nicht angestiftet“, fügte er hinzu. Er sei Alkoholiker und an dem Abend des gemeinsamen Einkaufs im Supermarkt betrunken gewesen. Wie er auf die Idee gekommen sei, die Strumpfhose zu klauen, könne er nicht sagen.

Ein Detektiv, der das Paar im Supermarkt beobachtet hatte, sagte vor Gericht aus. „Ich kann mich an den Vorfall nicht mehr genau erinnern“, begann er seine Aussage. Zunächst schien er sich nicht mehr sicher, wer von beiden die Strumpfhose geklaut hatte. Nur zögerlich rief er sich das Geschehen ins Gedächtnis, was ihm eine Rüge des Richters einbrachte, sich künftig besser vorzubereiten. Der Detektiv gab an, die Angeklagte habe die Strumpfhose vor dem Diebstahl in der Hand gehabt. Er habe gesehen und gehört, wie sie sich mit ihrem Lebensgefährten auf Sachen verständigt habe. Im Büro habe sie großes Theater gemacht und nicht bleiben wollen, weil sie nach eigener Aussage nichts gestohlen hätte.

Die Aussagen des Zeugen erzürnten die Angeklagte, die sich ungerecht behandelt fühlte. Sie habe nichts gestohlen, wiederholte sie noch einmal. „Was wollen Sie eigentlich von mir?“, fuhr sie den Detektiv an. Ihr Lebensgefährte beschuldigte den Detektiv gegen beide aggressiv gewesen zu sein. Auch der 25-Jährige wurde laut und redete ungefragt dazwischen, entschuldigte sich nach einer Rüge des Richters jedoch sofort für sein Verhalten. Er gab an, es täte ihm leid, seine Freundin mit in den Diebstahl hineingezogen zu haben.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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