Studentin Victoria-Katharina Martinelli erforschte jüngsten Grimm-Bruder

Recherchierte in Sachen Ludwig Emil Grimm: Studentin Victoria-Katharina Martinelli. Unterstützt wurde sie von Klaus Del Tedesco (links) und Herbert Gerhold vom Geschichts- und Heimatvereins Habichtswald. Foto: Thon

Habichtswald. Er war ein facettenreicher Mann. Ein Freigeist und Poet. Er liebte die Natur, die Abgeschiedenheit. Und er liebte die Menschen. So zumindest sieht die Studentin Victoria-Katharina Martinelli den Maler, Zeichner und Radierer Ludwig Emil Grimm (1790 - 1863).

Während ihres dreiwöchigen Praktikums beim Geschichts- und Heimatverein Habichtswald begegnete sie in ihren Recherchen immer wieder dem Jüngsten der Grimm-Brüder.

Ihre Erkenntnisse hat sie einfließen lassen in zwei Beiträge für das Jahrbuch des Landkreises Kassel, das demnächst erscheinen wird. In einem widmet sie sich gemeinsam mit ihren Betreuern Klaus Del Tedesco und Herbert Gerhold vom Geschichtsverein Malern und Majestäten, die es hinauf zum Dörnberg und in den Habichtswald zog - unter ihnen war auch Ludwig Emil Grimm. In einem zweiten Text reflektiert sie über Johann Heinrich Knobel (1795 - 1867), Bürgermeister von Ehlen, kurhessischer Landtagsabgeordneter und „Verfassungspatriot“ der ersten Stunde.

„Ludwig Emil Grimm war zu seiner Zeit kein Großer. Er stand im Schatten seiner beiden berühmten Brüder“, sagt die 23-Jährige, die an der Uni Kassel Philosophie und Geschichte sowie Kunstwissenschaften studiert. Heute sei der Maler viel bekannter. Das hänge sicherlich damit zusammen, dass die Märchen der Grimms ein ungeheures Interesse auslöst haben. Und dann werde eben auch nach links und rechts geschaut. Und so komme man an dem naturverbundenen, illustrierenden Bruder nicht vorbei.

Im Ahnegraben 

Freigeist: Ludwig Emil Grimm. Foto: privat/nh

Ludwig Emil Grimm war öfters unterwegs rings um Kassel. Zum Zeichnen habe es ihn hinauf gezogen zum Dörnberg und in den Ahnegraben, sagt Martinelli, die seit einem Jahr in Ehlen lebt und fasziniert ist von der Verbundenheit des Künstlers mit der Region. Bei seinen Wanderungen begegnete er Menschen aus den Dörfern und kam mit ihnen ins Gespräch. So schreibt er von Hühnerverkäufern aus Ehlen und schildert seine Erfahrungen mit dem Ehlener Bier, die er machte, als er nach Burghasungen lief. „Durch das saure Bier ist mir so miserabel geworden, (...), dass ich kaum allein hab gehen können. In Wahlershausen hab ich dann 12 Tassen Kaffee getrunken, da ist’s besser geworden“, heißt es in einer Bilderfolge von 18 Skizzen, die er beschriftete.

Für den Geschichts- und Heimatverein ist die Arbeit der jungen Frau ein Gewinn. „Frau Martinelli transportiert die Objekte in unseren Sammlungen in die Öffentlichkeit“, sagt Klaus Del Tedesco. Der Verein werde zusammengehalten vor allem von älteren Menschen, oftmals im Rentenalter. Es sei schwer, junge Menschen für die Arbeit eines Geschichts- und Heimatvereins zu begeistern, so Del Tedesco. Mit der Studentin sei aber genau das gelungen. Martinelli teilt die Begeisterung. Sie sei angetan gewesen von den Schätzen, die im Fundus des Vereins schlummern.

Quelle: HNA

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