Studie der Denkmalpflege bescheinigt Innenstadt gute Chancen

Homberg. Diese Zahl ist erschreckend: Vor zehn Jahren lebten noch 1220 Menschen in der Homberger Innenstadt. In diesem Frühjahr dagegen waren es nur noch 880.

Die Stadt Homberg hat also guten Grund, die Altstadt attraktiver zu machen. Dass das gelingt, daran hat Bürgermeister Martin Wagner keinen Zweifel: "Das Potenzial der Innenstadt ist groß", sagte er gestern beim Treffen mit Peer Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege.

Zietz bestätigte das: "Das Quartier weist eine erstaunliche Qualität auf." Oberkonservator Zietz überreichte gestern eine Studie zum östlichen Bereich der Homberger Innenstadt. Sie beschäftigt sich mit dem Baubestand und zeigt dabei deutlich auf, welche Häuser erhalten werden sollten und auch, welche verzichtbar seien.

Die Untersuchung bezieht sich auf das ehemalige Projekt "Marktplatz Ost". Darin war vorgesehen, ein 4000 bis 7000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum in der Homberger Innenstadt zu bauen und dafür zahlreiche Fachwerkhäuser abzureißen. Inzwischen aber gehe es nicht mehr nur um das Einkaufszentrum, machte Wagner deutlich. Vielmehr gehe es um einen umfassenderen Ansatz zur Frage, wie man die Innenstadt weiter entwickeln könne. "Wir sind auf dem Weg zu einer Lösung, die der Fachwerkstadt keine Schäden zufügt", sagte der städtischer Architekt Jochen Gontermann,

Viele alte Schätze

Restaurator, Bauforscher und Zimmermann Michael Ochsler hat zu dieser Frage im Auftrag des Landesamts 46 Homberger Gebäude untersucht. Sie alle befinden sich in der Obertorstraße, Salzgasse, Webergasse und Holzhäuser Straße. Die Studie beschäftigt sich mit dem Zustand einzelner Gebäude, mit Fragen, ob und wie man sie - beispielsweise durch Balkone - aufwerten kann. "Dort gibt es viele Fachwerkhäuser die kurz nach dem 30-jährigen Krieg errichtet wurden - das sind echte Schätze", sagte Ochsler.

Jetzt stellt sich die Frage, wie diese Schätze gehoben werden können. Martin Wagners vorrangiges Ziel ist es, die Innenstadt mit Leben zu füllen. Wie das im Einvernehmen mit der Denkmalpflege aussehen kann, darum soll es auch in der Stadtverordnetensitzung am Freitag, 14. Dezember, gehen.

Quelle: HNA

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