Studie im Schwalm-Eder-Kreis

Die meisten Kühe heißen Elsa

+
Tierisch: Bauern geben ihren Kühen kreative Namen.

Schwalm-Eder. Student Fabian Liesegang hat sich in einer Seminararbeit damit auseinandergesetzt, welche Namen Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis ihren Kühen geben. Am liebsten nennen sie ihr Milchvieh Elsa.

Doch seien die Bauern bei der Namensgebung sehr kreativ, sagte der 23-Jährige.

400 Namen von Kühen, die zwölf Landwirten im Kreis gehören, erfasste und wertete der Treysaer aus. Neben dem Spitzenreiter landeten Erika und Frieda auf den Plätzen zwei und drei der Beliebtheitsskala. Allerdings bekamen nur vier bis sechs Tiere von 400 diese drei Namen, die Spanne ist sehr breit.

"Am beliebtesten sind Frauennamen, die auf A enden" weiß Fabian Liesegang aus seiner Studie zu berichten. Die Arbeit entstand in einem Germanistik-Seminar an der Universität Mainz, das sich mit der Bedeutung von Namen im Allgemeinen beschäftigte. "Tiernamen sind ein unerforschtes Feld", sagte der Student.

In seiner Schwälmer Heimat fand Liesegang rasch Kontakte zu Landwirten. "Man kann der Studie eine gewisse Ulkigkeit nicht absprechen", sagt er. Er schrieb einige Milchbauern per E-Mail an, die dachten, er wolle sie veralbern. Doch die Namensforschung hat natürlich einen wissenschaftlichen Hintergrund.

So fand Liesegang heraus, dass nicht jeder Landwirt jedem Milchvieh einen Namen gibt. Manche taufen auch nur ihre Favoriten, die anderen Kühe tragen einfach eine Nummer. "Das lässt sich durch die Entwicklung der Landwirtschaft erklären", so der Student. Vor 100 Jahren hatten die Bauern noch drei oder vier Kühe, die mit in den Wohngebäuden untergebracht waren. Doch mit wachsender Größe der Stallungen, die sich von den Häusern entfernten, distanzierte sich auch der Mensch vom seinen Tieren. Nicht jede Kuh bekam mehr einen Namen.

Liesegang stellte auch fest, dass wenn eine Kuh starb der Name nicht einfach weitergegeben wird, sondern ein neues Tier bekommt auch einen anderen Namen. Dabei lassen die Landwirte große Kreativität walten. Von Alaska, über Gießkanne bis hin zu Mandy erfasste der 23-Jährige die unterschiedlichsten Kuhnamen in seiner Studie.

Auch nannten Milchbauern ihre Tiere Respekt und Nordwind. "Diese männlichen Namen sind für weibliche Tiere eher ungewöhnlich" merkt Liesegang an.

Sogar auf einer Tagung zu Tiernamen in Mainz stellt der junge Mann vor kurzem seine Forschungsergebnisse in einem Vortrag vor.

Dabei lernte er auch andere Kuhnamensforscher kennen, die meisten von ihnen stammen aus Bayern und Österreich, den Regionen mit vielen Milchkühen.

Ob sich Fabian Liesegang in seinem Studium weiter mit dem Milchvieh auseinandersetzten wird, ist nicht ganz ausgeschlossen. Die Elsas im Kuhstall würde es bestimmt freuen.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare