Knüllwald muss 389 000 Euro für Grundstücke zahlen

Sturm auf dem Berg

Knüllwald. Im Remsfelder Baugebiet auf dem Berge weht oft ein ganz schön raues Lüftchen: Ob das der Grund ist, warum dort so wenig Bauplätze verkauft werden, ist aber nur eine Vermutung. Tatsache aber ist, dass sich das Baugebiet nicht rechnet: Nur drei der zehn Grundstücke wurden in den vergangenen zehn Jahren verkauft.

Jetzt muss die Gemeinde Knüllwald den Vertrag mit der Hessischen Landesgesellschaft (HLG) erfüllen, das Gebiet zurücknehmen und das Geld ablösen, das die HLG für den Kauf der Grundstücke vor zehn Jahren vorgelegt hatte.

Auch wenn dafür 389 000 Euro ausgegeben werden müssen, stimmten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung alle für das Vorhaben. Hintergrund für den schleppenden Verkauf sei die schwierige Lage auf dem Markt für Neubauten in den vergangenen Jahren, sagte Bürgermeister Jörg Müller. Als das Baugebiet vor zehn Jahren ausgewiesen wurde, waren die Bauplätze in Remsfeld rar geworden. In einem ersten Schritt hatte man zunächst zehn Bauplätze in dem Gebiet Richtung Schellbach erschlossen. Die Zahlen sprächen für sich, sagte Werner Knierim (CDU), räumte aber ein: „Es war damals nicht vorauszusehen, wie sich die Lage entwickelt.“

„Jetzt geht das Gekrische wieder los.“

Jörg Vollbrecht, SPD

Er hoffe aber, dass es nicht so auch im Gewerbegebiet und dem Wohnpark Brundershausen, die beide mit Hilfe der HLG gekauft wurden, entwickelt.

SPD-Sprecher Helmut Wettlaufer sagte dazu: „Hätten wir eigenes Geld genommen, hätten wir mehr Zinsen zahlen müssen.“ Von den anfangs 20 Bewerbern für das Baugebiet seien aber leider nur drei übrig geblieben.

Jörg Vollbrecht (SPD) bedauerte die Entwicklung, ein Vergleich mit dem Gewerbegebiet sei aber nicht haltbar. Damals hätten alle Parlamentarier in der Sitzung zugestimmt. „Jetzt geht das Gekrische wieder los“, sagte er. Bürgermeister Jörg Müller betonte, dass in der Zwischenzeit Rückstellungen gebildet worden seien. 313 000 Euro sind dafür vorgesehen.

Der Betrag dürfe aus gesetzlichen Gründen nicht allein dafür ausgegeben werden, weil man Rückstellungen nur für Zinsen, Steuern und Gebühren bilden dürfe, so Müller. 130 000 Euro könnten schon dieses Jahr davon bereit gestellt werden, sagte Verwaltungsmitarbeiterin Waltraud Musmann der HNA. Der Preis für die Grundstücke wird auf 55 Euro pro Quadratmeter reduziert. (tyx)

Quelle: HNA

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