Stute krachte in Grube

Rettungsaktion in Dissen: Trächtiges Pferd mit Kran gerettet

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Retter bei der Arbeit: Mit einem Kran wurde die Stute aus der Sickergrube befreit.

Dissen. Eine alte Sickergrube wurde für eine Stute, die in der Mitte von Dissen auf einer Weide steht, zum Verhängnis. Am Sonntagmorgen hörten Anwohner ein lautes Krachen. Als sie nach den Pferden sahen, bemerkten sie, dass die Stute bis zur Brust in einem Loch steckte und informierten den Besitzer.

Kurz darauf war dieser, samt Polizei und Feuerwehr vor Ort – das Tier war in eine alte Sickergrube eingebrochen. Ein Kran wurde zur Unglücksstelle gebracht, um das Pferd aus dem Loch zu heben. Tierarzt Dr. Wolfgang Kähn aus Kaufungen versetzte die Stute zunächst in Narkose.

In großer Sorge

Zwischenzeitlich hatten sich noch mehr Helfer auf der Weide eingefunden, die mit zupackten, als der Kran das Tier nach ungefähr zweieinhalb Stunden vorsichtig aus der Sickergrube zog. Alle Helfer, aber vor allem der Besitzer der Stute, waren sehr in Sorge um das Tier. Besonders tragisch an dem Unfall: die Stute ist im siebten Monat trächtig. Ob Mutter und Fohlen durchkommen, konnte der Tierarzt noch nicht sagen: „Wir müssen die nächsten Stunden abwarten. Ein solcher Schock ist hochproblematisch, dabei können viele Komplikationen auftreten“, sagte der Veterinär. Die Narkose habe das Pferd gut vertragen und es sei zum Glück beim ersten Versuch gelungen, es aus der Grube zu heben.

Dass sich die alte Sickergrube auf dem Gelände befindet, daran habe keiner gedacht. Mit Brettern, die im Laufe der Zeit morsch geworden waren, abgedeckt und überwuchert, war von der Grube auch nichts mehr zu sehen. Als die rund 700 Kilogramm schwere Stute über die morsche Bretterkonstruktion lief, muss diese unter ihm zusammengebrochen sein und das Pferd versank etwa zwei Meter tief mit den Hinterläufen im Schlamm.

Unfälle, an denen Tiere beteiligt sind, gebe es zum Glück selten, erklärte Stadtbrandinspektor Verdy Ryffel aus Gudensberg. Er ist seit 40 Jahren bei der Feuerwehr. „Manchmal müssen Tiere gerettet werden, wenn es brennt, aber es ist das erste Mal, dass ich an einer solchen Rettung eines Pferdes beteiligt bin“, sagte er.

Das Loch, das nach der Rettungsaktion auf der Wiese zurück blieb, wurde von den Helfern zunächst mit stabilen Balken abgedeckt und gesichert. Die beiden anderen Pferde, die noch auf der Weide stehen, sind nun erstmal im Stall untergebracht.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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