Kritik an Monokulturen: Erfahrungen mit Wildpflanzen fehlen

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Schwalm-Eder. Der Mais, der seit Anfang Mai überall wächst, wird im Schwalm-Eder-Kreis zur Hälfte für die energetische Nutzung in Biogasanlagen genutzt. Auf 7,6 Prozent der Ackerflächen im Landkreis steht Mais, bundesweit sind es bereits 20 Prozent der Fläche.

Um eine immer wieder kritisierte Mais-Monokultur mit massiven Nachteilen für die biologische Vielfalt zu vermeiden, suchen Forscher und Naturschützer intensiv nach Alternativen. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur etwa, ein Zusammenschluss aus bisher 18 Akteuren des Naturschutzes, der Energiewirtschaft und der Jagd, sieht in Mischungen aus verschiedenen Wildpflanzenarten eine Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen, die einerseits ökologisch notwendig, aber auch ökonomisch auf lange Sicht tragfähig sei.

Praktische Erfahrungen mit den Wildpflanzen hat im Schwalm-Eder-Kreis jedoch noch kein Biogasanlagen-Betreiber gemacht. „Mit Mais hat man pro Flächeneinheit den größten Ertrag“, sagt Wolfgang Koch, Geschäftsführer des Maschinenrings Schwalm-Eder, der einer der Betreiber der Anlage bei Homberg ist.

Versuche mit anderen Energiepflanzen müsse man vorsichtig angehen, denn eine Biogasanlage sei wie eine Hochleistungskuh: „Wenn sie schlechtes Futter kriegt, wird sie krank.“ Die ganze Biologie könne so zerstört werden, warnt Koch.

Biogasanlagen-Betreiber Volker Schmidt aus Wabern-Unshausen betont, dass seine Anlage ohnehin nicht ausschließlich mit Mais gefüttert werde. Grünroggen, Gülle und Mist nähmen einen großen Teil ein. „Wir bauen nur auf 16 Prozent unserer Fläche Mais an“, sagt er.

Die Landwirte machten sich durchaus Gedanken um Alternativen, sagt Dr. Bernd Wenck vom Kreisbauernverband. Inzwischen werde Grünroggen als Zweitfrucht verwendet.

Quelle: HNA

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