Nach Wasserverlusten stellten Tankwagen die Versorgung in Asterode sicher

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Notversorgung: Wegen Lecks im Leitungsnetz musste der Hochbehälter in Asterode von Tankwagen aufgefüllt werden.

Asterode. Strom kommt aus der Steckdose und Wasser aus der Leitung. Dass dies nur die halbe Wahrheit ist, merken viele Menschen erst, wenn es mal nicht mehr so ist. Diese Erfahrung mussten die Einwohner von Asterode machen.

Seit über einer Woche mussten die Asteröder zeitweise auf Leitungswasser verzichten. Lecks machten den für die Wasserversorgung Verantwortlichen zu schaffen. „Ab dem 11. Januar stieg der Verbrauch auf über 85 Kubikmeter. Normal sind 55 bis 60 Kubikmeter“, sagte der Vorsitzende des Vereins Wasserversorgung Asterode, Gerald Knab, am Freitag. Sein Vorstandskollege Wilfried Grimm ergänzte: „Stündlich läuft uns ein Kubikmeter Wasser weg.“

Eigenes Wasser

Im Gegensatz zu anderen Städten und Gemeinden liegt in Asterode die Wasserversorgung nicht in den Händen der Kommune oder einer Genossenschaft, sondern wird seit 2003 von einem Verein organisiert. Eine Sonderbehandlung bekommen die Asteröder aber nicht. Die strengen gesetzlichen Vorgaben für das Lebensmittel Wasser seien für alle gleich, betonte der Vereinsvorsitzende: „Unser Vorteil: Wir haben gutes Wasser, welches nicht aufbereitet werden muss.“

Durch den unermüdlichen Einsatz des Vereins konnten die Unannehmlichkeiten für die Asteröder laut Knab in den vergangenen Tagen auf ein Minimum begrenzt werden. Mithilfe der sozialen Medien informierte der Verein über die Störung. „Durch Facebook haben wir unmittelbare Reaktionen auf unsere Maßnahmen bekommen“, berichtete der Vorsitzende.

Gerald Knab

Die Suche nach den Lecks erforderte den ganzen Einsatz des Vereins. Teilweise schlug sich der Vereinsvorstand die Nächte um die Ohren. „Donnerstag waren wir von Mitternacht bis 2.45 Uhr bei neun grad Minus mit zwei Mann von der Feuerwehr und fünf Vereinsmitgliedern im Ort unterwegs“, erzählt Gerald Knab. Glücklicherweise hatte der Wasserverein in der Vergangenheit kontinuierlich in moderne Technik investiert. Dank neuer Schieber und einer elektronischen Wasseruhr schafften es die Vereinsmitglieder das Schadensgebiet ein zu grenzen.

Bei ihrer Suche stellten die Vereinsmitglieder mehrere Lecks fest. So hatte in einem leer stehenden Haus der Besitzer es versäumt, die Wasseruhr frostsicher zu machen. Mindesten ein Leck verorteten die Asteröder im Bereich Lotzenweg/Dorfstraße.

Endgültige Gewissheit brachte am Samstag der Einsatz eines professionellen Lecksuchers. „Ein Hydrant war nicht richtig geschlossen und in der Zuleitung zur Kirche scheint ein Loch zu sein. Das gilt es noch abzuklären“, sagt Knab.

Notversorgung 

Es galt aber nicht nur die Löcher in dem rund 8000 Meter langen Leitungsnetz zu finden, sondern auch eine Notwasserversorgung zu gewährleisten. Mit Unterstützung der Feuerwehr befüllte die landwirtschaftliche Firma Rathjens-Brenzel den Hochbehälter am Ziegenberg mit einem von der Stadt Schwalmstadt geliehen Wasserwagen. „Der Zulauf zum Hochbehälter ist durch eine Trockenperiode zurzeit ziemlich gering“, erklärte der Vorsitzende.

Gerald Knab zeigte sich Samstag vorsichtig optimistisch. Spätestens Mitte der Woche seien die Probleme gelöst, meint er zuversichtlich.

Quelle: HNA

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