Sondierungsarbeiten werden erneut ausgeschrieben 

Gasterfelder Holz: Suche nach Munitionsresten ins Stocken geraten

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Abseits der Wege lauert die Gefahr: Im Gasterfelder Holz werden Munitionsreste vermutet. Wie stark der knapp 300 Hektar große Wald belastet ist, sollen Sondierungsarbeiten ergeben. 

Gasterfeld. In diesem Jahr hätte eine Firma das Gelände im Gasterfelder Feld nach Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg sondieren sollen. Doch daraus wurde nichts.

Nach Angaben von Dominique Meyer, Servicebereichsleiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn, habe es Probleme bei der Ausschreibung gegeben.

Der zuständige Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen hatte das Verfahren gestoppt. Die Ausschreibung habe wiederholt werden müssen und werde derzeit vorbereitet, sagt Meyer. Wann nun mit einer Vergabe der Arbeiten und einem Arbeitsbeginn zu rechnen sei, dazu wollte sich der Angestellte des Bundesforstbetriebes nicht äußern.

Auf Grundlage der Daten von historisch-genetischen Recherchen in Akten und Archiven wird im Boden des Waldgebietes Gasterfelder Holz Munition vermutet. In welchem Umfang und verbunden mit welchen Risiken, das sollen die anstehenden Sondierungsarbeiten ergeben.

Fläche soll mit Detektoren überprüft werden

Dafür ist geplant, die Fläche in ein Netz von Streifen einzuteilen, das eine Fläche von etwa 20 Hektar einnimmt. Diese Streifen sollen mithilfe von Detektoren überprüft werden.

„Überall dort, wo es piept, wird das Metall aus der Erde geholt“, sagt Meyer. Und bei dem Metall kann es sich um Munition handeln, aber auch um alte Blechdosen und Schrott.

Die Funde werden dokumentiert und repräsentativ für die Gesamtfläche hochgerechnet. Auf Grundlage der Ergebnisse muss dann entschieden werden, wie mit dem Gelände, das derzeit weder forstwirtschaftlich bearbeitet, noch von Spaziergängern abseits der Wege betreten werden darf, weiter verfahren wird, sagt Meyer. Die Handlungsmöglichkeiten reichten von einem kompletten und teilweisen Betretungsverbot bis hin zum Abtransport und der Entschärfung vorgefundener Munition.

Geschätzte Kosten von bis zu 300.000 Euro

Die Kosten der Sondierungsarbeiten auf der 20 Hektar großen Fläche schätzt Dominique Meyer auf einen Betrag zwischen 200.000 und 300.000 Euro. Das gesamte, knapp 15 Mal größere Waldgebiet systematisch nach Munitionsresten zu untersuchen, würde entsprechend mehr ins Geld gehen.

Während des Zweiten Weltkrieges hatte sich im Gasterfelder Holz die Munitionsanstalt (Muna) Wolfhagen befunden. Dort war Flakmunition hergestellt und in mehr als 100 Bunkern gelagert worden, die sich in dem Waldgebiet befanden. Kurz bevor die Amerikaner gegen Kriegsende Wolfhagen erreichten, sprengte die deutsche Wehrmacht einen großen Teil der Munitionslagerstätten. Es wird vermutet, dass der Wald mit Blindgängern und Munitionsresten verseucht ist.

Quelle: HNA

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