Die Amerikanerin Leslie R. Floyd forschte in Borken nach den Spuren der Familie Rosenbusch

Die Suche nach den Wurzeln

Auf Spurensuche: Die Amerikanerin Leslie R. Floyd entdeckte auf dem Jüdischen Friedhof in Haarhausen Gräber ihrer Vorfahren, der Familie Rosenbusch. Foto: privat

Borken/Bad Wildungen. Auf die Spuren ihrer Familie hat sich die US-Amerikanerin Leslie R. Floyd begeben. Sie lebt in Lawrenceville in New Jersey und arbeitet bei einer staatlichen Institution zur Förderung des Handels, der Kultur und der Landwirtschaft.

Bei ihrer Spurensuche ging es um die jüdische Familie Rosenbusch, deren Wurzeln sich bis ins 18. Jahrhundert zurück finden lassen. Die Borkener Standesbeamtin Kerstin Lerch hatte aus Geburten-, Heirats- und Melderegistern mehrere Einträge zu der Familie herausgesucht.

Metzger und Händler

Die Rosenbuschs waren als Metzger, Kaufleute und Handelsvertreter tätig. Ende des 19. Jahrhunderts siedelten die Urgroßeltern von Leslie R. Floyd, Isaak Rosenbusch und Fanny (geborene Marx) von Borken nach Bad Wildungen über.

Dort betrieben später Leopold und Selma Rosenbusch (geborene Löwenstein), die Großeltern von Leslie Floyd, einen Gasthaus und eine Metzgerei. Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierten die Großeltern 1934 mit ihren Kindern in die USA, wo bereits ein Onkel lebte.

So entging die Familie Rosenbusch – im Gegensatz zu über 60 anderen jüdischen Borkenern – den Deportationen, Ghettos und Konzentrationslagern. Heute jährt sich der Tag der Pogromnacht, in der in ganz Deutschland Synagogen, Betstuben und jüdische Geschäfte und Friedhöfe gestürmt. Vielerorts wird heute der Ereignisse gedacht (Artikel unten).

Das erste Familienmitglied, über das Informationen gefunden wurden, war Joseph Rosenbusch. Er wurde im März 1743 in Borken geboren und starb er am Heiligen Abend 1826.

Joseph erlebte mit seiner Frau und seinen Kindern Haune, Meier und Leib Levi das Zeitalter der Aufklärung und die napoleonische Besatzung in Borken.

Auch die folgenden Rosenbusch-Generationen lebten und arbeiteten im 19. Jahrhundert in dem seinerzeitigen Ackerbaustädtchen am Blumenhain. Sie waren Zeugen, als Borken an das entstehende Eisenbahnnetz angeschlossen und 1871 das Deutsche Reich gegründet wurde.

Spurensuche auf Friedhöfen

Leslie R. Floyd recherchierte nicht nur in den Meldeämtern sondern suchte auch die jüdischen Friedhöfe in Borken und Haarhausen auf. Dort fand sie tatsächlich Gräber von vier ihrer Vorfahren. Nach jüdischer Tradition hinterlegte sie jeweils einen Stein auf die Grabsteine.

Leslie R. Floyd hatte zur Vorbereitung ihres Borkenbesuchs auch das Landesgeschichtliche Informationssystem im Internet genutzt: www.lagis-hessen.de. (red)

Quelle: HNA

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