Süchtiger griff Polizisten an - Haftstrafe wegen Körperverletzung

Fritzlar. Zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wurde ein 28-jähriger Mann aus Edermünde vom Amtsgericht in Fritzlar verurteilt. Der Mann war angeklagt worden wegen des Verdachts der mehrfachen Körperverletzung, Bedrohung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie des Fahrens ohne Führerschein.

Der Angeklagte gestand alle Taten. Der 28-Jährige erklärte, dass er Streit mit einem Freund gehabt habe. Als er diesen zur Rede stellen wollte, sei der Freund weggerannt und er habe ihn verfolgt. In einem Rewe-Markt in Baunatal erwischte er den Freund, nahm ihn in den Schwitzkasten und rammt ihm das Knie ins Gesicht. Als der Freund sich befreien konnte und weglief, habe er ihm hinter gebrüllt: „Ich bring Dich um du Hurensohn.“ Rund zwei Wochen später griff er den gleichen Freund in Frankfurt wieder an, nahm ihn in den Schwitzkasten und rammte ihm das Knie gegen den Kopf.

Im März 2012 fiel der Angeklagte in einem Casino unangenehm auf, er habe dumme Sprüche gemacht und gegen Stühle getreten, daraufhin habe man ihn rausgeschmissen, berichtete er. Draußen wartete die Polizei auf ihn. Da er bereits mehrfach vorbestraft war, habe er befürchtet, wieder ins Gefängnis zu müssen und sei geflüchtet.

Polizisten getreten

Nachdem ihn die Polizei dann erwischt hatte und festnehmen wollte, habe er um sich getreten und aus Versehen einen Polizeibeamten am Kopf getroffen. Dafür habe er sich entschuldigt. Bei allen Taten habe er unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden. Auch auf dem Weg nach Frankfurt habe er bereits auf der Fahrt eine Flasche Wodka geleert, dann seien unter anderem noch Ecstasy und Amphetamine dazugekommen, das sei seine tägliche Mischung gewesen. Auf Nachfragen von Richterin Corinna Eichler gab der gebürtige Pole an, seit seinem zehnten Lebensjahr Haschisch und seit seinem 11. Lebensjahr Amphetamine und Alkohol zu sich zu nehmen und schnell auszurasten.

„Wenn ich sauer werde, sehe ich Schatten, keine Menschen“, sagte er. Er hat weder einen Schulabschluss noch eine Ausbildung. Im Gefängnis habe er sich derzeit auf einen Ausbildungsplatz in der Haftanstalt Schwalmstadt beworben, wenn das nicht klappt, wolle er gerne eine Therapie beginnen, sagte er.

Für den Staatsanwalt stand fest, dass der Angeklagte immer aggressiv wird, wenn er Alkohol und Drogen nimmt. Dies sei aber keine Ausrede, es gebe auch Junkies, die unauffällig blieben. Für den Angeklagten spräche, dass er mehr gestand als nötig. Die Haftstrafe solle ohne Bewährung angesetzt werden, denn der Angeklagte sei mehrfach vorbestraft und bräuchte außerdem die Unterstützung der JVA.

Zeit im Gefängnis nutzen

Es sei dem jungen Mann zu wünschen, dass er die Zeit gut nutze, eine Berufsausbildung mache, um irgendwann ein vernünftiges Leben zu führen, sagte er. Die Rechtsanwältin bat um die Möglichkeit, eine Therapie des Angeklagten gegen die Drogensucht auf die Haftstrafe anzurechnen. Die Richterin folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und dem Vorschlag der Pflichtverteidigerin. Für das Fahren ohne Führerschein unter Alkohol- und Drogeneinfluss bekam der Mann außerdem eine Sperre von zwei Jahren, in der er keinen Führerschein machen darf.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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