Suedlink-Trasse: „Wir müssen uns jetzt wehren“

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Nein zur Stromtrasse: Bürgermeister Ralf Pfeiffer (rechts vorne), die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Veronika Papenhagen-Stannick (Dritte von rechts vorne) und die Anwesenden bei der Informationsveranstaltung wollen die Suedlink-Trasse verhindern. 

Bad Emstal. „Die Suedlink-Trasse ist vom Tisch": Wer dieses Gerücht glaube, der irre sich gewaltig. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen Suedlink, Juristin Veronika Papenhagen-Stannick, und Bürgermeister Ralf Pfeiffer klärten die Anwesenden bei einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus von Riede über den aktuellen Stand auf.

Und der sehe genau so aus, wie im Februar vergangenen Jahres. Tennet, das Unternehmen, das die Stromtrasse von der Nordsee bis nach Grafenreinfeld und damit auch durch Nordhessen bauen will, habe genau den Trassenverlauf bei der Bundesnetzagentur eingereicht, den sie zuerst geplant und im Fruhjahr 2014 veröffentlicht hatte. Damit wären die Gemeinde Bad Emstal und seine Ortsteile direkt von der ungewollten Stromtrasse betroffen.

Auch die Nachricht, dass die Leitungen unter die Erde verlegt würden, sei eine Mär. Lediglich 30 Kilometer mehr Erdleitung zu den bereits geplanten 30 Kilometern habe die Bundesregierung nun genehmigt. Damit sei die geplante „Megatrasse“, die sich mit bis zu 150 Meter hohen Masten durch die Landschaft pflügen soll und damit sowohl das Landschaftsbild zerstören wird als auch ungeahnte Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier bergen kann, alles andere als vom Tisch, so die beiden Redner. Die Arbeit der Bürgerinitiativen gegen Suedlink, die sich nach Bekanntgabe des geplanten Trassenverlaufs gebildet hatten, gehe also weiter, auch in Bad Emstal.

Hoffen auf mehr Unterstützer 

Medienwirksamere Aktionen und eine höhere Beteiligung von Trassengegnern wünscht sich die Bürgerinitiative Bad Emstal. Es gebe noch immer Menschen in der Region, die nicht wüssten, was Suedlink überhaupt sei. „Wir müssen jetzt aktiv werden und uns wehren“, sagt Bürgermeister Pfeiffer. Er prophezeit, dass viele Betroffene erst dann protestieren werden, wenn mit dem Bau der Masten bereits begonnen werde. Doch dann sei es zu spät. Nordhessen müsse sich ein Beispiel an Bayern nehmen, wo hunderttausende Suedlink-Gegner auf die Straße gegangen waren und dadurch Gehör und Aufmerksamkeit, auch in den Medien, erlangt hatten. Damit könne man durchaus auch Druck auf die Landesregierung ausüben, die sich nach Ansicht von Pfeiffer lieber heraushalte und wegducke, wenn es um das Thema Stromtrasse gehe. Mit viel Rückhalt von oben rechnet der Bürgermeister nicht. Er hofft, dass es mehr Bürger geben wird, die sich Aktionen anschließen werden.

In Riede ist am kommenden Dienstag ab 19 Uhr ein weiteres Treffen der Bürgerinitiative im DGH geplant. Infos über die Stromtrasse und die Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben gibt es unter www.buerger-gegen-suedlink.de

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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