SuedLink: Trassen-Gegner wollen sich zu Verein zusammenschließen

+
Strommasten bei Bad Emstal-Sand: Entlang dieser bestehenden Leitung könnte SuedLink verlaufen. Foto:  Norbert Müller/Archiv

Bad Emstal. In Bad Emstal, der Gemeinde im Wolfhager Land, die vom Stromtrassenbau SuedLink nach derzeitigem Stand der Planung am stärksten betroffen wäre, soll ein Verein „Bürgerinitiative Bad Emstal e.V.“ gegründet werden.

Das ist das Ergebnis eines Treffens Bad Emstaler Bürger, zu dem die Sander Rechtsanwältin Veronika Papenhagen-Stannick und die Landschaftsarchitektin Barbara Sörries-Herrnkind eingeladen hatten.

Die beiden Initiatorinnen informierten über den Verlauf der geplanten Stromtrasse entlang der vier Bad Emstaler Ortsteile Balhorn, Sand, Merxhausen und Riede. Teilweise verlaufe der ein Kilometer breite Trassenkorridor, in dem 50 bis 70 Meter hohe Strommasten errichtet werden sollen, in unmittelbarer Nähe zu bebauten Wohngebieten und über Einzelgehöfte, wurde berichtet.

„Das bedeutet einen massiven und dauerhaften Eingriff in das Landschaftsbild und einen enormen Verlust an Lebensqualität“, so Sörries-Herrnkind, die selbst im Wohngebiet Sander Höhe lebt, das neben dem Ortsteil Riede am massivsten vom Trassenbau beeinträchtigt wäre.

Weitere Befürchtungen der Bad Emstaler Trassen-Kritiker: Grundstücksentwertung, Rückgang des Tourismus und eine ungeklärte Gesundheitsgefährdung durch die geplante 500.000 Volt Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Papenhagen-Stannick kritisierte, dass die Informationen des Netzbetreibers TenneT TSO GmbH zum geplanten Trassenbau unzureichend seien. Der Öffentlichkeit fehlten „sämtliche Grundlagen, Gutachten und Erhebungen zu Raumwiderstandsanalysen sowie Bedarfsanalysen zum Netzausbau“. Papenhagen-Stannick weiter: „Wir wollen Aufklärung betreiben, denn noch ist der Trassenverlauf nicht beschlossen. Betroffene Bürger sollten sich informieren und gegebenenfalls Widerspruch einlegen.“

Um sich besser zu organisieren, soll der Verein „Bürgerinitiative Bad Emstal e. V“ gegründet werden. „Wir wollen uns zudem mit anderen betroffenen Städten und Gemeinden vernetzen“, so Veronika Papenhagen-Stannick, die seit 2011 in Bad Emstal lebt und arbeitet.

Zahlreiche Bürgerinitiativen entlang der geplanten Stromtrasse forderten mehr Aufklärung und Transparenz, verbunden mit dem sofortigen Stopp des Planungsverfahrens, erfuhren die Teilnehmer des Treffens. In der Stadthalle Homberg Efze findet am Mittwoch, 11. Juni, um 19 Uhr eine Diskussionsveranstaltung zur SuedLink-Stromtrasse der „Bürgerinitiative Nein zur Stromtrasse in Homberg“ mit Vertretern des Naturschutzbundes und TenneT statt.

Auch eine Delegation aus Bad Emstal wird hierzu nach Homberg reisen. Treffpunkt für alle Interssierten ist am 11. Juni um 17.45 Uhr der Parkplatz des Sportplatzes Sander Höhe. Dort will man dann Fahrgemeinschaften bilden. (red/nom)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare