Suedlink: BIs im Wolfhager Land sehen Neuerung aus Berlin kritisch

Stromtrasse: Auf Freileitungen soll weitestgehend verzichtet werden, stattdessen sollen die Leitungen großflächig im Erdreich verlegt werden. Foto:  dpa

Wolfhager Land. In der Nacht auf Donnerstag verständigten sich die Spitzen der Regierungskoalition in Berlin darauf, dass die umstrittene Suedlink-Trasse kommen soll.

Nun, so wurde ebenfalls entschieden, sollen außerdem „vorrangig" Erdkabel verlegt werden - um den Widerstand vor Ort zu reduzieren.

Zufrieden sind die Bürgerinitiativen (BI) im Wolfhager Land damit nicht.

„Die Trasse ist überflüssig“, betont Wolfgang Aßhauer, Vorsitzender der BI „Habichtswald gegen Suedlink“. Die Leitungen unter der Erde zu verlegen, ist für Aßhauer die einzig „zumutbare Alternative, wenn sich Suedlink wirklich nicht verhindern lässt“.

Veronika Papenhagen-Stannick, Vorsitzende der BI Bad Emstal, sieht den „Bedarf für Suedlink nicht nachgewiesen“. Auch Gesundheitsgefährdungen seien nicht abschließend geklärt. Daran würde sich aus Sicht der Bürgerinitiative nicht viel ändern, wenn die Leitungen unter der Erde verlegt würden. „Die Gefahr wäre leicht reduziert, dafür gebe es dann aber beispielsweise eine stärkere Magnetisierung“, sagt Papenhagen-Stannick. „Komplett belastungsfrei“ sei diese Varian-te also nicht. Dass ein Großteil der Leitung nun unterirdisch verlaufen könnte, wirft für Ursula Günther viele Fragen auf. Denn noch sei nicht klar, an welchen Orten die Leitungen unterirdisch verlegt werden sollen. Günther empfindet die Formulierungen als „nebulös“. Für die Suedlink-Gegnerin ist klar: „Mit der Trasse kann die Energiewende nicht gelingen.“ Die Bürgerinitiativen kündigen weiterhin Widerstand gegen die Pläne an.

Positiv bewertet Landrat Uwe Schmidt (SPD) das Einschwenken in Berlin auf eine Erdverkabelung für die Stromtrasse. Er freue sich sehr, dass die Beschlüsse auf Kreistagsebene und die Hamelner Erklärung gefruchtet haben, sagt er auf Anfrage der HNA.

Quelle: HNA

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