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Südzucker: Werke in Warburg und Brottewitz sollen schließen

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Von: Anke Laumann

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Der Preis ist historisch tief: Der weltweite Zuckermarkt ist in der Krise. Deswegen muss Südzucker nun Werke schließen.
Der Preis ist historisch tief: Der weltweite Zuckermarkt ist in der Krise. Deswegen muss Südzucker nun Werke schließen. © Symbolbild: pixabay.com

Paukenschlag bei der Südzucker AG: Das Unternehmen plant die Werke in Warburg und Brottewitz zu schließen. Der nordhessische Standort Wabern sei indes nicht in Gefahr.

Das Unternehmen plant, die Werke in Warburg (Nordrhein-Westfalen) und Brottewitz (Brandenburg) zu schließen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher auf HNA-Anfrage. Das Werk in Wabern sei hingegen nicht in Gefahr. Es gebe für den Standort keine Schließungspläne.

Zucker: Historisch niedriger Preis

Der Vorstand der Südzucker AG hat in der jüngsten Aufsichtsratssitzung einen Restrukturierungsplan für das Segment Zucker vorgestellt. Hintergrund ist die schwierige Situation auf dem europäischen und dem weltweiten Zuckermarkt. Der Konzern spricht von einem „historisch niedrigen Preisniveau innerhalb der EU“ seit dem Ende der EU-Zuckermarktordnung. Sie hatte bis Ende 2017 für stabile Preise gesorgt.

Um die Auswirkungen der Preisschwankungen auszugleichen, sollen in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern die Kosten in den Verwaltungen des Unternehmens gesenkt werden. Darüber hinaus soll es Werk-Schließungen geben und die Zuckerproduktion um bis zu 700.000 Tonnen im Jahr zurückgefahren werden.

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt.

Südzucker hat 9 Werke in Deutschland

„Ziel dabei ist es, die Kapazitäten stärker am Bedarf des europäischen Marktes auszurichten“, teilt das Unternehmen Südzucker mit. So könnten die Kosten um bis zu 100 Millionen Euro im Jahr gedrückt werden.

Das Werk in Warburg besteht seit 1882. Es beschäftigt 60 Mitarbeiter und verarbeitet jährlich zwischen 500.000 und 600.000 Tonnen Zuckerrüben. Zusammen mit Brottewitz (90 Mitarbeiter) zählt es zu den kleineren der insgesamt neun Südzucker-Fabriken in Deutschland. Derzeit gebe es für die beiden Werke bisher nur Schließungspläne, ein Beschluss des Aufsichtsrates steht noch aus.

Wie ein Unternehmenssprecher sagte, würden die Planungen in den nächsten Wochen konkretisiert. Eine Schließung der beiden Zuckerfabriken sei jedoch frühestens nach der nächsten Rübenkampagne vorgesehen.

Die Zuckerfabrik in Wabern.
Die Zuckerfabrik in Wabern: Ihr droht nach Angaben von Südzucker keine Schließung. © Ulf Maurer/nh

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Werk in Wabern produziert seit 1880

Die Zuckerfabrik in Wabern hat eine lange Geschichte. Das Werk wurde im Winter 1880/1881 in Betrieb genommen. Jährlich werden an dem Standort zwischen 700.000 und 900.000 Tonnen Zucker-rüben verarbeitet, schreibt die Südzucker AG auf ihrer Internetseite. 

1100 Landwirte liefern die Rüben, aus den zwischen 110.000 und 140.000 Tonnen Zucker produziert werden. Im Waberner Werk arbeiten 80 Mitarbeiter, die diesjährige Kampagne endete Mitte Januar nach 111 Tagen.

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