Süßes dürfte teurer sein

Edgar Franke fordert Konzept gegen zu viel Fett und Zucker

Nicht zu viel Süßes, nicht zu viel Fettes: Der Abgeordnete Dr. Edgar Franke sagt Dickmachern den Kampf an, hier Fruchtgummis in einer Firma in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Mit einer rotglänzenden Torte aus dem Hause Schwarz wurde Dr. Edgar Franke einst verabschiedet, als er vom Rathaus Gudensberg in den Bundestag nach Berlin wechselte. Heute würde er sich vielleicht nicht mehr ohne Weiteres mit einer Torte fotografieren lassen.

Denn Franke hat reichlich Gegenwind bekommen, seit er gefordert hat, etwas gegen zu fette und zu süße Lebensmittel zu unternehmen. Unter anderem hatte Franke eine Veränderung der Mehrwertsteuersätze ins Gespräch gebracht. Und seit seinem Beitrag in der Zeitschrift „Gesundheitswirtschaft“ im vergangenen Jahr wird das Thema immer wieder aufgegriffen, jüngst an prominenter Stelle von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Franke: Keine Strafsteuer

Franke fühlt sich allerdings missverstanden, wenn von einer „Strafsteuer“ auf besonders fett- und zuckerhaltige Produkte die Rede ist. Er fordere vielmehr, die Mehrwertsteuersätze zu harmonisieren, weil es einige Merkwürdigkeiten gebe.

Abschied mit Torte: Dr. Edgar Franke am 23. Oktober 2009 mit einem Abschiedsgeschenk von Günter (Blacky) Schwarz. Archivfoto: Dewert

So würden etwa Trüffel mit dem ermäßigten Satz (sieben Prozent) besteuert, Mineralwasser dagegen mit 19 Prozent. Eine Neuordnung solle dazu genutzt werden, ungesunde Lebensmittel mit 19, gesunde mit sieben Prozent zu besteuern. „Steuern“, sagt Franke, „haben eine steuernde Wirkung.“ Es gehe jedoch nicht darum, die Steuereinnahmen zu erhöhen. Die Gesamteinnahmen sollten gleich bleiben, aber sie sollten eben anders verteilt werden, findet der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses.

Es gehe ihm auch nicht um Grundnahrungsmittel, um Alte Wurst, Käse oder Olivenöl, betont Franke, sondern eher um Fast Food und Süßigkeiten. Vor allem aber sei die Steuerfrage nur ein Teil seines Konzepts. Dazu gehören: • Werbeverbot: In Südkorea dürfe in Kinderkanälen nicht für Dickmacher geworben werden, zwischen 17 und 19 Uhr sogar überhaupt nicht im Fernsehen. Franke befürwortet eine solche Regelung und schreibt in seinem Aufsatz: „Hier lohnt sich der Streit mit der mächtigen Lebensmittelindustrie.“ • Kennzeichnung: Lebenmittel sollen nach Frankes Vorstellung mit der Ampel gekennzeichnet werden, die mit rot, gelb oder grün signalisiert, wie gesund ein Lebensmittel ist. • Präventionsgesetz: In Kindertagesstätten und Schulen müsse noch mehr getan werden, um Kinder über gesunde Ernährung zu informieren und zum Beispiel gemeinsam zu kochen. Untersuchungen zur Früherkennung sollten gestärkt werden, um Übergewicht und ernährungsbedingte Krankheiten zu vermeiden. Ein Gesetz sei nötig, damit alle gemeinsam handelten: Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen.

Bei allem gehe es um das richtige Maß, betont Franke und räumt ein: „Ich esse auch gerne Chips.“ Vielleicht würde er sich doch nochmal mit einer Torte ablichten lassen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare