Dr. Sylvia Kernke will Zierenbergs Bürgermeisterin werden

Inniges Verhältnis: Bürgermeisterkandidatin Dr. Sylvia Kernke und ihre Mutter Edith Kernke nutzen manchmal die Hausarbeit, um sich auszutauschen. Foto:Ricken

Zierenberg. Dr. Sylvia Kernke sprüht vor Ideen. Zierenberg und die Stadtteile sind für sie Orte mit unglaublichem Potential. Sanfter Gesundheitstourismus sei das Zauberwort, das aufgrund des demografischen Wandels immer mehr gesellschaftliche wie auch wirtschaftliche Bedeutung erlange.

„Zierenberg ist dafür prädestiniert“, sagt die gebürtige Oelshäuserin und zeigt mit einer raumgreifenden Handbewegung aus dem Dachfenster ihrer Wohnung am Schreckenberg: „Die Helfensteine oder der Heilerbach, da ist der Name doch Programm.“ Menschen mit psychsomatischen Erkrankungen könnten in Zierenberg Ruhe und Erholung mit entsprechenden Angeboten in der Natur finden. Ein passendes Profil würde sie gern mit den Zierenbergern gemeinsam entwickeln. Und zwar eins, in das sich auch die Stadtteile mit ihren Stärken einbringen könnten.

„Neue Wege zu gehen ist halt mein Job, und ich möchte für meine Heimat etwas bewegen - auch auf die Gefahr hin, mir hier und da eine blutige Nase zu holen.“

Die hat sie sich vor ein paar Jahren in Oelshausen nicht geholt. Kernke ist vielen als Inititatorin des ungewöhnlichen Projektes Dorfeigenart bekannt. Damals holten sich die Oelshäuser tagelang internationale Künstler in ihre Häuser, die in Küchen, Scheunen, Ställen und anderswo arbeiteten. Die „Kunst in alten Häusern“ zog viele Besucher nach Oelshausen.

Stadtprofil ist der Schlüssel 

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Wenn die Stadt ein Profil habe, sei dies auch der Schlüssel, um andere Probleme in Zierenberg zu lösen. Zum Beispiel die finanziellen. „Wenn wir ein attraktiver Standort sind, kommen auch Gewerbetreibende und Familien hierher.“ Durch den Ort würden so viele Besucher des Dörnbergs fahren. „Da müssen wir versuchen, Angebote zu schaffen, dass die in der Stadt Halt machen und einkaufen, zum Beispiel regionale Produkte.“

Für Familien könnte man einen Naturkindergarten passend zur Zierenberger Philosophie als zusätzliches Angebot schaffen und damit vielleicht sogar Eltern aus Nachbarorten begeistern, meint die 48-jährige. Sowas könne durchaus in privater Trägerschaft organisiert werden. „Für Senioren müssen in Zukunft mehr lebens- und liebenswerte Wohnformen entstehen, die eine größtmögliche Selbstständigkeit ermöglichen.“ Mit all dem möchte Sylvia Kernke den Zierenbergern ein Angebot machen. „Wenn dieses angenommen wird, stelle ich für mein Beratungsunternehmen eine Geschäftsführerin ein, um mich mit voller Kraft der Arbeit als Bürgermeisterin widmen zu können.“ Zumindest was den Mangel an Privatleben angeht, müsste sich die zierliche Powerfrau nicht umstellen. Schon heute kommt sie nur selten zum Lesen oder einer Leidenschaft von ihr, der Restaurierung alter Möbel.

Zur Person

Dr. Sylvia Kernke (48) stammt aus Oelshausen. Sie machte nach der Schule eine Lehre zur Rechtsanwaltsgehilfin und studierte danach Kommunikation und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing. Im Jahr 1991 machte sie sich mit einem Beratungsunternehmen im Marketingbereich mit Schwerpunkt Gesundheitswesen selbstständig. Außerdem unterrichtet Kernke an Akademien. In Zierenberg ist sie als Initiatorin der Dorfeigenart bekannt. Ein Projekt bei dem Kunst in alte Häuser gebracht wurde. Die Bürgermeisterkandidatin wohnt mit ihrem Mann in Zierenberg am Schreckenberg.

Beim HNA-Lesertreff am Dienstag, 23. September, um 19 Uhr im Bürgerhaus Zierenberg treffen Amtsinhaber Stefan Denn, und die Herausforderer Dr. Sylvia Kernke, Armin Pfeiffer und Lothar Rietze aufeinander.

Quelle: HNA

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