Symbol auf Kunstfeld schuf Bild über Vision des künftigen Wesens

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Erst Kreis, dann Viereck und letztlich nur noch Striche: Das Kunstfeld bei Mardorf diente wieder als Zeichenbrett. Es soll symbolisch die Wandlung des Menschen weg vom körperlichen hin zum digitalen Wesen darstellen.

Homberg. Wenn es auf der Erde kein Leben mehr gibt, dann könnten wir im Internet weiter leben. Das meinen zumindest die Transhumanisten. Der Homberger Landart-Künstler Dr. Hans-Joachim Bauer greift diese Bewegung in seiner Kunst auf.

Er glaubt daran, dass die Menschen ihre Körperlichkeit aufgeben und als Wesen im digitalen Raum funktionieren können. Das hat er nun symbolisch auf seinem Kunstfeld bei Mardorf festgehalten.

Er packte gemeinsam mit dem Landwirt Erhard Schröder die Vision von der Evolution des Menschen hin zum digitalisierten Wesen in eine Form.

Im einstigen Stoppelfeld säten sie Senfsamen, die – später aufgegangen – eine Linie bildeten. Von einer Spirale verwandelt sie sich in eine quadratische Form und letztlich in Striche. Die Spirale symbolisiere die Evolution. „In der Natur gibt es keine quadratischen Formen“, sagt der Künstler. Erst in der Zivilisation formte der Mensch die Dinge nach seinen Vorstellungen. Das zeigt das Kunstwerk im Wandel zu geraden Formen. Als Symbol für die Zukunft löst sich das Quadrat in Striche, Punkte und Impulse auf.

Der Künstler hat für das Werk nichts vermessen, das Landart-Bild wurde gewissermaßen freihändig geschaffen. Bauer glaubt daran, dass die Technik Teil der Evolution sein wird. Das Leben auf der Erde werde sterben, das sei wissenschaftlich erwiesen. Wissenschaftler sprächen inzwischen sogar von Zeiträumen zwischen 1000 und 2000 Jahren. Das All sei für die biologischen Wesen nicht gemacht. Ein Fortleben als digitales Wesen dort aber irgendwann denkbar.

Technisch sei es bald möglich, das Gehirn zu scannen und ins digitale Netz einzuspeisen. Dort könnten die Daten neue Formen der Kommunikation finden und sich weiterentwickeln. „Technik ist Teil der Evolution“, sagt Bauer und fügt hinzu. Meiner Meinung nach ist das die einzige Möglichkeit, von der Erde zu entfliehen. Er glaubt auch, dass dies gar nicht mehr so lang dauern wird. „Unsere Kinder und Enkel bewegen sich ja quasi schon nur noch in den Medien. Für die ist das viel interessanter als die reale Welt.“ Für ihn ist die Vision der digitalen Weiterentwicklung auch die Lösung auf die Frage nach Unsterblichkeit und ewigem Leben.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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