In Loshausen wurde ein Relief der weltberühmten Stalingrad-Madonna eingeweiht

Symbol der Versöhnung

Weltberühmt: In Loshausen wurde ein Relief der bekannten Stalingrad-Madonna eingeweiht, mit (von links) Dekan Christian Wacher , Bischof Dr. Martin Hein und Ute Tolkmitt und Pfarrer Gert Rübeling. Foto: Decker

Loshausen. Zahlreiche Gäste strömten am Mittwochabend zum Vorplatz der Loshäuser Kirche. Die Kirchengemeinde hatte zur festlichen Einweihung eines Bronzereliefs der Stalingrad-Madonna von Kurt Reuber eingeladen. Bischof Dr. Martin Hein verwies in seiner Ansprache auf die enge Verbindung, die Kurt Reuber als ehemaliger Vikar zu der Gemeinde gehabt habe.

Das Original der Madonna malte der Pfarrer, Arzt und Künstler Kurt Reuber zum Weihnachtsfest 1942 in Stalingrad auf eine russische Landkarte, um seinen Kameraden für das Christfest eine Freude zu bereiten.

Mit den Worten: „Licht, Leben, Liebe, Weihnachten 1942 im Kessel, Festung Stalingrad“ hatte er damals die Madonna mit Kind umschrieben.

Das Original konnte mit einem der letzten Flüge aus dem Kessel Stalingrad gerettet und der Ehefrau Reubers ausgehändigt werden.

Seit 1983 hängt es in der Kaiser-Wilhelms-Gedächtniskirche in Berlin und wird jedes Jahr von Hunderttausenden Menschen aus aller Welt betrachtet.

„Die Aura und Originalität, die die Geschichte der Entstehung des Bildes miterzählen, haben die Stalingrad-Madonna zur Ikone werden lassen“, sagte Bischof Hein. „Dieses Relief jetzt an einer unserer Kirchen zu wissen, berührt mich sehr.“

Dem Original sehr nahe

Die Tochter Kurt Reubers, Ute Tolkmitt, betonte in ihrem Grußwort, der Künstler habe mit dem Relief ein Werk geschaffen, das dem Original sehr nahe komme. Jedoch fehle die Umschrift, die für die Familie einen untrennbaren Bezug zum Bild darstelle. Sie sei froh, dass geplant sei, mit einer zusätzlichen Tafel darauf hinzuweisen.

Sie dankte allen, die das Relief ermöglicht haben, und endete mit den Worten: „Wir fühlen uns dadurch Loshausen noch mehr verbunden. Möge das Relief als Symbol der Versöhnung verstanden werden.“ Als Ehrengast war Katharina Carli anwesend. Reuber hatte die 1920 geborene Katharina während seiner Vikarszeit in Schwälmer Tracht gemalt.

Der Posaunenchor Loshausen-Zella begleitete die Andacht mit Musik.

Nach der Feierstunde diskutierten viele Gäste noch über die Entstehungsgeschichte der Stalingrad-Madonna und über die Vikarszeit des jungen Kurt Reuber.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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