Gastronomen des Dehoga-Kreisverbands kritisieren Kontrollbarometer

„System gefährdet die Betriebe“

Michael Heitmann

Kreis Kassel. Mit der beabsichtigten Einführung des bundeseinheitlichen Kontrollbarometers, der Hygiene-Ampel oder dem Smiley im Gastgewerbe, können sich die Gastronomen des Kreisverbandes Kassel-Stadt und Landkreis im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nicht anfreunden.

Während ihrer jüngsten Zusammenkunft im Waldhotel Schäferberg in Espenau diskutierten sie mit dem Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und Tiergesundheit der Stadt Kassel, Dr. Michael Heitmann, wie man gemeinsam das System umsetzen kann.

Beispiel Skandinavien

Heitmann verwies auf Beispiele aus Schweden und Dänemark, wo sich die Beanstandungsquote nach der Einführung des Smiley verringert habe, sowie auf Modelle in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Saarland. Auch das Land Hessen habe sich im Interesse des Verbraucherschutzes für eine derartige Regelung ausgesprochen, obwohl die Verbände überwiegend dagegen seien. Dehoga-Kreisvorsitzender Herwig Leuck (Kassel) glaubt, dass das neue System die Verbraucher mehr verunsichert, Betriebe an den Pranger stellt und in ihrer Existenz gefährdet. In der Diskussion ging es auch darum, wie die Kosten finanziert werden. Es werde erhebliche Probleme geben, hieß es seitens der Gastronomen.

„Jetzt schon vorbildlich“

„Wir sind jetzt schon vorbildlich und werden durch strengere Vorschriften noch weiter belastet“, sagte Bezirksvorsitzender Gerhard Boucsein. Der aktuelle Kontrollmechanismus reiche aus, war die allgemeine Auffassung.

Heitmann erklärte, dass die Bewertungskriterien meist zu einem positiven Ergebnis führten. Allerdings gebe es auch immer wieder negative Fälle. Es werde bei der Bewertung des jeweiligen Betriebes keine Momentaufnahme zugrunde gelegt, sondern ein längerer Zeitraum berücksichtigt. Leuck bemängelte, dass die geldwerten Vorteile, die der Verband biete, von den Mitgliedern zu wenig genutzt würden.

Boucsein wies darüber hinaus auf die Änderungen im Tarifbereich hin und forderte, dass dem Berufsnachwuchs mehr Beachtung geschenkt werden müsse. (phk/nh) Foto: Hohbein/nh

Quelle: HNA

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