Premiere voraussichtlich in Homberg

Berufsschüler drehen Kurzfilm: Szenen gegen Gewalt

Schwalmstadt. Im Rahmen des Projektes „Gewalt und Rassismus – Ohne Uns“ verarbeiten Berufsschüler ihre Erfahrungen in einem Kurzfilm.

Ben sitzt alleine auf der Treppe in der Schule und wartet auf einen Kumpel. Plötzlich kommen drei Jungs zu ihm. „Na, sind wir hier in Polen, oder warum fühlst du dich so sicher?“, beschimpft ihn ein Junge aus der Gruppe. „Wir haben dir schon mal gesagt, dass du hier nichts zu suchen hast“, droht ein anderer. Ben bleibt verunsichert auf der Treppe sitzen. Zum Glück kommt in diesem Moment sein Freund Georg vorbei. „Lasst ihn in Ruhe“, verteidigt er seinen Freund. Gemeinsam gehen die beiden weg.

Solche Szenen haben die acht Schüler der Berufsschulen in Schwalmstadt aber schon erlebt. „Sehr gut“, ruft Björn Sorger mit der Kamera in der Hand. „Das drehen wir gleich noch mal.“ Es ist also alles nur geschauspielert. Initiiert wurde das Projekt von der Universität Kassel und der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Björn Sorger und Esther Krause betreuen die Schüler bei den Dreharbeiten; die zwei sind von der Medienwerkstatt der Universität Kassel.

„Die Kids lernen nicht nur zu filmen, sondern auch Sozialkompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Rücksichtnahme und Zuverlässigkeit“, sagt Sorger. Dabei gehe es darum, dass die Jugendlichen möglichst viel selbst machen.

Auch am Drehbuch für den Kurzfilm haben die Schüler mitgearbeitet. Jeder hat seine ganz persönlichen Erfahrungen mit den Themen Wut, Gewalt, Rassismus, Ausgrenzung, Beleidigung und Missachtung aufgeschrieben. Diese Erfahrungen sind in den Film mit eingeflossen. „So kann sich jeder Schüler mit den Geschichten, die wir drehen, identifizieren“, erklärt Esther Krause.

Dabei werde darauf geachtet, dass kein Schüler bei seiner eigenen Geschichte mitspielt. Acht Tage sind die Jugendlichen mit dem Drehen der einzelnen Szenen beschäftigt. Bis zu zehn Stunden täglich arbeiten sie an dem Projekt.

Von Müdigkeit aber keine Spur. „Das Filmen mit den anderen macht mir Spaß“, sagt der 15-jährige Luca Stannek. Er spielt Ben. „Ich habe gelernt, dass man nur im Team arbeiten kann. Alleine geht es nicht.“ Und das Team funktioniert. Jeder hat seine Aufgabe und weiß, was zu tun ist.

21 Szenen wird der Kurzfilm haben. Das Endprodukt wird mit fünf weiteren Produktionen Anfang 2014 auf einem gemeinsamen Filmfestival voraussichtlich in Homberg präsentiert werden.

Von Nina Thöne

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Thöne

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