Tageswohnungseinbrüche - Polizei gibt Tipps zur Sicherung des Eigentums

Täter nutzen frühe Dunkelheit

Sabine Knöll

Wolfhager Land. Dass Einbrecher nur nachts kommen, ist ein Irrtum. Sie kommen oft auch tagsüber, wenn häufig niemand zu Hause ist.

Vor allem in der dunklen Jahreszeit nutzen Einbrecher die frühe Dämmerung aus. Die Mehrzahl aller Einbrüche werde nicht von Profis mit schwerem Werkzeug verübt, sondern es seien meist Gelegenheitstäter, die mit einfachstem Werkzeug schlecht gesicherte Türen und Fenster aufbrechen, sagt Polizeihauptkommissarin Sabine Knöll.

„Einladung“ vermeiden

Gekippte Fenster und Terrassentüren seien nahezu eine Einladung für Diebe und sollten immer geschlossen werden, auch „wenn man mal kurz die Wohnung oder das Haus verlässt“, rät die Ordnungshüterin. Auch aus versicherungstechnischen Gründen könne ein gekipptes Fenster als offenes Fenster gewertet werden und die Hausratversicherung komme für den Schaden nicht auf.

Bei längerer Abwesenheit sollte man einem Nachbarn oder Bekannten Bescheid geben, der für die Briefkastenleerung und für den Eindruck eines bewohnten Hauses sorge. Knöll: „Grundsätzlich gilt für jegliche Abwesenheit: Häuser und Wohnungen sollten immer den Eindruck erwecken, als ob jemand zu Hause wäre.“

Einstiegshilfen für Diebe, beispielsweise Leitern, sollten aus dem Garten und dem Hof weggeräumt werden.

Bei Anwesenheit sei ein Türspion ein altbewährter Schutz. Zusätzliche Schlösser mit Sperrbügel verhinderten ungewolltes Eindringen. Auch ein einfaches Rollo erschwere das Eindringen und sollte zur Nachtzeit heruntergezogen werden.

Sabine Knöll rät: „Hatten Sie dann doch ungebetene Gäste, benachrichtigen Sie sofort ihre zuständige Polizeidienststelle und überlassen Sie bitte den Fachleuten der Polizei die Überprüfung des Tatortes nach Spuren. Lassen Sie alle Gegenstände unberührt, um eventuelle Spuren nicht zu zerstören.“

Schließfach

Schon im Vorfeld sei es hilfreich, dass wertvolle Gegenstände - Schmuck, Teppich, Bilder - mit einem Maßstab zum Größenvergleich fotografiert und die entsprechenden Quittungen und Rechnungen mit vorhandenen Geräte- und Individualnummern aufbewahrt werden. Die sicherste Methode sei, die wertvollen Gegenstände in einem Schließfach bei der Bank aufzuheben.

„Einbrecher wollen unerkannt bleiben, deshalb ist Heldentum nicht gefragt. Teilen Sie ihre Beobachtungen unverzüglich über Notruf 110 der Polizei mit.“

Im Altkreis Wolfhagen gab es im Jahr 2009 insgesamt 29 Einbrüche. Diese niedrige Zahl sei sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung ihr Wohneigentum entsprechend gut sichere, sagt Hauptkommissarin Sabine Knöll. Auch hätten polizeiliche Präventionsprogramme die Bevölkerung bezüglich dieses Deliktsfeldes sensibilisiert.

In diesem Jahr hat die Polizei für den Bereich Wolfhagen bislang 22 Einbrüche registrieren. (awe) Foto:  Archiv/nh

Quelle: HNA

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