Erlöse decken Kosten nicht

Weniger Spenden: Tafel-Kunden müssen bald mehr zahlen

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Schwalm-Eder. Weniger Lebensmittelspenden, weniger Geldspenden, weniger Helfer, gestiegene Kosten und mehr Bedürftige, so lässt sich das vergangene Jahr für die Tafeln im Schwalm-Eder-Kreis zusammenfassen. Das macht deutlich, dass es kein leichtes Jahr für die Lebensmittel-Tafeln im Landkreis war.

„Unsere Spenden und die Erlöse decken die Kosten nicht“, sagt Margret Artzt, Leiterin des Diakonischen Werkes Schwalm-Eder. 2008 lagen die Spenden noch bei 95.000 Euro, im vergangenen Jahr habe man 57.000 Euro erhalten. Die Folge: In Fritzlar und Homberg werde die Eigenbeiträge der Kunden von einem auf zwei Euro erhöht. In Melsungen und der Schwalm werde bei Bedarf nachgezogen.

Deutlich werde auch, dass sich die Armut  im Landkreis verfestige, so Artzt. Die Langzeitarbeitslosigkeit  nehme trotz sinkender Arbeitslosenquote kaum ab, somit auch nicht die Zahl der Tafelkunden. Derzeit seien es im Landkreis 1815 Abholende - unter ihnen 603 Kinder.

Vor allem das Werben um Geldspenden, das Anzapfen von Fördertöpfen und die Suche nach weiteren Ehrenamtlichen beschäftige die Tafeln, sagt Artzt. „Manche Helfer sind seit der Gründung vor neun Jahren dabei, es ist ein Generationenwechsel absehbar.“ Die Ehrenamtlichen verteilen den Überfluss um, in dem sie übrig gebliebene Lebensmittel einsammeln und an Bedürftige weiterreichen.

Es müsse jetzt gelingen, ein Verantwortungsgefühl bei den Menschen für die Tafel zu wecken. Das Prinzip sei, dass nur verteilt wird, was da ist. Wenn weniger da sei, weil die Märkte anders kalkulierten, dann sei das ein Vorteil, weil besser mit den Ressourcen umgegangen werde. Wenn es ganz extrem werde und es keine Lebensmittelspenden mehr gebe, dann müssten die Tafeln ihre Arbeit einstellen. Denn ein Grundsatz sei auch, dass man keine Lebensmittel hinzu kaufe.

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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