Historisches erleben

Tag des offenen Denkmals im Wolfhager Land: Wenn Schätze ihre Türen öffnen

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Sie nahmen die Besucher mit in die Vergangenheit: Die „Freunde des Mittelalters“ aus dem Wolfhager Land hatten ihr Lager beim Weidelsburgtag aufgeschlagen, um den Gästen das Leben im Mittelalter zu präsentieren – entsprechende Kleidung durfte da natürlich nicht fehlen. 

Wolfhager Land. Macht und Pracht – so lautete das Motto des Tag des offenen Denkmals am Sonntag. Auch im Wolfhager Land gab es mehrere Bauwerke für die vielen Besucher zu bestaunen.

Die erste Amtshandlung am Morgen? Das Hissen der Fahne auf dem Turm der Weidelsburg. „Sie ist das Zeichen, dass die Burg geöffnet hat“, erklärte Heinrich Bachmann, Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Weidelsburg. Ob es an der Fahne gelegen hat, ist die Frage. So viel aber ist klar: Auf der Weidelsburg war am Sonntag jede Menge los.

Das Programm vielseitig, viele Besucher neugierig – für Bachmann und seine rund 60 Mitstreiter im Förderverein waren das gute Voraussetzungen, um Tag des offenen Denkmals und Weidelsburgtag zu feiern. Vor Ort waren mehrere Vereine, darunter der Männerchor des TSV Elbenberg oder aber die Schauspieltruppe um Regisseur Dirk Lindemann. Sie hatte eigens für den Weidelsburgtag „Die Weibertreue“ einstudiert – mit Matthias Thielemann in der Rolle des Reinhard von Dalwigk.

Historisch: Matthias Thielemann (links) und Dirk Lindemann zeigten „Die Weibertreue“.

Für historische Stimmung sorgten derweil die „Freunde des Mittelalters“: Sie hatten sich in historische Gewänder geworfen und am Fuße der Burg ein mittelalterliches Lager aufgeschlagen.

Beste Aussicht: Heinrich Bachmann, Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Weidelsburg, auf dem Turm der Burg.

An der Weidelsburg hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Allein Hessen Forst als Inhaber der Burg habe mehr als eine Million Euro in den Erhalt der historischen Gemäuer gesteckt, der Förderverein steuerte laut Bachmann noch einmal rund 200 000 Euro bei. „Ein Drittel davon entstammen dem Nachlass von Hildegard Blank“, sagte er. Sie habe einen sechsstelligen Betrag für die Pflege von Baudenkmälern im Wolfhager Land zur Verfügung gestellt. „Ihren Neffen Helge Körbel aus Frielendorf nehmen wir deshalb heute als Ehrenmitglied in den Förderverein auf“, so Bachmann. Man sei dankbar, so großzügig von dem Nachlass profitiert zu haben.

Neu in Zierenberg: Thorsten Schneider (Zweiter von rechts), sein Sohn Mika (vorn) und Leon Rudolph ließen sich von Horst Röhling (rechts) das Mühlenmuseum Laar zeigen.

Etwa 30 Kilometer weiter, im Mühlenmuseum Laar bei Zierenberg, erklärte Horst Röhling vom Touristikverein Zierenberg, was es mit der 1599 gebauten Mühle auf sich hat. Auch Thorsten Schneider war mit Sohn Mika und dessen Freund Leon Rudolph dabei. Schneider ist erst kürzlich nach Zierenberg gezogen – und nutzte die Chance, mehr über die örtlichen Sehenswürdigkeiten zu erfahren. „Am Samstag erst sind wir auf den Dörnberg gewandert.“ Nun also der Besuch in Laar.

Das Schöne: Pünktlich zum Tag des offenen Denkmals erstrahlte das Gebäude wieder im neuen Glanz. „In den vergangenen Wochen wurde mit der Hebebühne an der Fassade gearbeitet, auch die Rinne ist neu“, so Röhling. Beauftragt habe das der Wasserverband Diemel als Pächter der Mühle.

„Es kommen immer wieder Leute hierher, die die Mühle gar nicht kennen“, hat Röhling festgestellt. Er und seine Mitstreiter tun das Übrige, um das zu ändern: Und das nicht nur an Tagen wie dem des offenen Denkmals, wie Röhling betont. „Führungen für Gruppen bieten wir das ganze Jahr über an“, sagt er. So ist es, wenn Schätze ihre Türen öffnen.

Quelle: HNA

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