Klimabedingungen werden extremer 

Tag des Waldes: Forstämter stehen vor großen Problemen

Schwalm-Eder. Die Forstämter stehen vor der Herausforderung, die Wälder gesund zu erhalten: Die Prognosen, die Experten zum heutigen Tag des Waldes stellen, sagen bis zum Jahr 2100 eine Erwärmung von mindestens zwei Grad vorher.

Für Karl-Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamtes Jesberg, heißt das, dass der Wald künftig mit extremeren Bedingungen zurechtkommen muss: „Stürme, Starkregen und Trockenheit werden zunehmen,“ sagt Nassauer. Die Forstleute gingen das Problem an, indem sie widerstandsfähigere Arten wie Douglasie, Esskastanie, Weißtanne, Bergahorn, und Eiche pflanzten. Arten, die für mehr Stabilität sorgen sollen.

Ohne Wald kann der Mensch nicht leben, sagt Nassauer. „Wälder sind Kohlenstoffspeicher. Die Bäume wirken wie CO2-Staubsauger, die die den Kohlenstoff aufnehmen, langfristig im Holz speichern und nur den Sauerstoff in die Luft abgeben.“

Das sehen auch die Naturschutzorganisationen wie der Naturschutzbund Hessen und der BUND Hessen so, sie gehen aber noch einen Schritt weiter: Die Verbände fordern, dass bis 2020 fünf Prozent der hessischen Waldflächen nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. Nur so könne sich der Wald ungestört entwickeln und eine größere ökologische Vielfalt erreichen, meinen die Naturschützer.

Bis jetzt seien erst drei Prozent des Waldes von der Nutzung ausgenommen. Solche natürlichen Wälder könnten für Hessen ein Alleinstellungsmerkmal sein und den Tourismus beleben. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich ökologischer Mehrwert auch ökonomisch rechne.

Eine Waldstilllegung aber sei schwierig, da das Waldgebiet unter vielen Eigentümern aufgesplittet sei, sagt Nassauer. Viele hätten aus wirtschaftlichen Gründen kein Interesse an einer Stilllegung: „Der Wald sichert Arbeitsplätze im Wald und in der Holzindustrie.“  

Tag des Waldes

Die Vereinten Nationen riefen 1971 erstmals den Tag des Waldes aus – sozusagen als Reaktion auf die globale Waldvernichtung, die in diesen Jahren einsetzte. Während sich von Deutschland aus in Europa seit über 300 Jahren eine nachhaltige Forstwirtschaft etabliert, ist die Sorge um die Regenwälder groß. Die sind nach wie vor durch Raubbau und Klimawandel bedroht. 

Seit 2012 ist der 21. März der „Internationale Tag der Wälder“. Dieser Welttag der Forstwirtschaft soll die Bedeutung aller Arten von Wäldern betonen und würdigen. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken heute die Wälder noch 30 Prozent der Erdoberfläche, teilt das Forstamt Jesberg mit. 

Quelle: HNA

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