Tagespflege ist die Lösung

Problem gelöst: Tagesmütter sollen bei Betreuung helfen. Foto: nh

Homberg. Die Stadt Homberg setzt in der Kinderbetreuung auf die Tagespflege: Ab August ergänzt der Tageselternverein Felsberg das Angebot der Kreisstadt für unter Dreijährige. Das beschlossen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag einstimmig mit einer Enthaltung. Damit verzichtet die Stadt auf alle An-, Um- und Neubauten, die bereits diskutiert wurden.

Das Einbinden von Tagesmüttern sei die kostengünstigste Lösung für die Stadt, sagte Stefan Gerlach (SPD). Die Verwaltung habe sich auf der Suche nach Möglichkeiten viel Arbeit gemacht und Alternativen entworfen, doch gehe es darum, mit möglichst wenig Geld möglichst viele Leistungen zu bieten. „Wir probieren mit der Tagespflege die kleine Lösung aus: Wenn das klappt, haben wir viel erreicht“, sagte Gerlach.

Konsens und Skepsis

Die Grünen stimmten dieser kleinen Lösung zu, zeigten sich aber skeptisch, ob sie langfristig trage. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch“, sagte Fraktionsvorsitzender Klaus Bölling. Denn zum einen gehe es darum, den gewohnten Qualitätsanspruch zu erfüllen, zum anderen darum, das Betreuungsangebot in den Stadtteilen zu erhalten. „In Sachen Kinderbetreuung haben wir noch viel zu tun“, sagte Bölling.

Das sieht CDU-Vorsitzender Joachim Pauli genauso. „Wir werden die Betreuungsfrage in jedem Jahr neu diskutieren müssen“, sagte er. Pauli zeigte sich froh über den Konsens zwischen den Fraktionen: „Ich bin dankbar, dass wir die vernünftigste Lösung für alle gefunden haben.“

Die sei sowohl wirtschaftlich als auch pädagogisch sinnvoll, bestätigte Achim Jäger (FWG). „Als Schutzschirmkommune müssen wir Verantwortungsbewusstsein zeigen“, sagte Jäger. Mit dem demografischen Wandel sinke die Zahl der Kinder. Es sei nicht auszuschließen, dass die Schließung von Kindergärten in den Stadtteilen Thema werden könne.

Der Beschluss sichere den Bestand der städtischen Kindergärten, sichere die dortigen Arbeitsplätze und die Lebensqualität der Familien.

Manfred Ripke (FDP) zeigte sich nicht allzu begeistert: Ein Neubau im Mühlhäuser Feld wäre seiner Ansicht nach die beste und wirtschaftlichste Lösung gewesen. Aber: „Wir haben uns sehr schwer getan: Wir wollten kein Geld ausgeben.“ Dennoch sei es fraglich, ob künftig alle Kindergärten in den Stadtteilen aufrecht erhalten werden könnten.

Für Delf Schnappauf (Fraktionslos) handelt es sich beim Einbeziehen von Tagesmpüttern um einen Kompromiss, der nicht von Dauer sein könne: „Das ist nur ein Behelf, der uns hilft, das Versprechen einzulösen, dass es genügend Betreuungsplätze gibt.“

Die Stadt erfülle nun gemeinsam mit Arbeiterwohlfahrt, evangelischer und katholischer Kirchengemeinde und Tagespflege alle Rechtsansprüche, sagte Bürgermeister Martin Wagner.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare