Das Trio Neuklang aus Berlin trat in Bad Zwesten auf

Tango ist ihre Passion

Mal melancholisch, mal leidenschaftlich: Das Trio Neuklang Berlin ließ hören und sehen, dass der Tango seine Passion ist. Nikolaj Abramson (Klarinette), Jan Jachmann (Akkordeon) und Artur Hornig (Cello) traten in Bad Zwesten auf. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. Leidenschaftliche, zarte und heftige Klänge wechselten sich ab: Beim Konzert des Trio Neuklang Berlinstand am Samstagabend im Bad Zwestener Kurhaus der Tango im Mittelpunkt.

Nikolaj Abramson (Klarinette), Jan Jachmann (Knopfakkordeon) und Artur Hornig (Violoncello) boten dem Publikum eine abwechslungsreiche musikalische Mixtur, meist aus der Klangwelt des Tango Nuevo. Der Argentinier Astor Piazzolla (1921 bis 1992) war es, der die traditionelle argentinische Musik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erneuerte.

Seine Kompositionen sind geprägt vom Jazz und der Klassik, von prägnanten, synkopischen Rhythmen und den musikalischen Empfindung von Leidenschaft, Zärtlichkeit und Melancholie. Mit seinem legendären „Oblivion“ und dem großartigen „Libertango“ aus der Anfangszeit der 1970er-Jahre begann der Abend.

Feine Dialoge

Spielfreude und Gestaltungsvermögen befähigten das Trio zu feinen Dialogen. Nikolaj Abramsons virtuose Klarinette gab den Ton an. Jan Jachmanns wandelbares Akkordeon klang manchmal fast wie ein Bandoneon. Und Artur Hornigs Cellospiel lieferte gestrichen und gezupft das tiefe Klangfundament oder jubilierte wie eine Viola.

Oft akzentuierten die Musiker den Rhythmus und setzten erwartungsvolle Pausen, die zu Tempo- und Stimmungswechseln führten. Wenn sie Soli in den Vordergrund stellten, dann warfen sich Klarinette und Cello die Melodieführung wechselseitig zu. Voller musikalischer Poesie erzählte das Trio von Lebenslust, enttäuschter Liebe, Einsamkeit und Trauer.

Und auch an Experimente wagte sich das Ensemble. Risikofreudig eröffnete es eine neue musikalische Dimension, in dem es Beethovens Mondschein-Sonate, Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ und Mozarts „Kleine Nachtmusik“ als Tangos servierte. Das klang ganz anders als man es kennt und sagenhaft gut. So entstand in dem Konzert eine anregende, spannende Melange. Dem Publikum gefiel die musikalische Vielfalt des Abends und die humorige Ansage von Nikolaj Abramson sehr: Es erklatschte sich zwei Zugaben, die gerne gewährt wurden.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare