Tanklaster auf Pkw: Volles Programm für die Wehren

Eingedrückt: Mit der Schere versuchten die Feuerwehrleute, das Dach des Führerhauses zu entfernen, um den Fahrer zu befreien. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Stöhnende Menschen in einem demolierten Pkw, ein auf der Seite liegender Tanklastzug und dazu ein beißender Geruch an der Unfallstelle.

Als die Feuerwehrleute aus dem Wolfhager Stadtteil Istha am Freitag gegen 22.40 Uhr als erste die Einsatzstelle auf der engen Landstraße zwischen Istha und Altenhasungen erreichten, war ihnen schnell klar, dass die Meldung der Leitfunkstelle, Verkehrsunfall mit Pkw und Lkw, das gesamte Ausmaß nur zu einem Bruchteil beschrieb.

Schnell kam das Kommando vom Wehrführer, dass sich zunächst nur Einsatzkräfte mit Atemschutz den beiden Fahrzeugen nähern dürften. Gleichzeitig wurde der Gefahrgutzug der Feuerwehren der Stadt Wolfhagen alarmiert, zu dem die Wehren aus der Kernstadt und den Stadtteilen Nothfelden, Niederelsungen und Bründersen gehören.

Bilder vom Einsatz der Feuerwehrleute

Gefahrgutübung für Wolfhager Wehren

Die Erkundung der Lage durch die mit Atemschutz gesicherten Trupps ergab, dass sich in dem Pkw noch zwei Verletzte befanden, zwei weitere Personen hatten es aus eigener Kraft aus dem Kleinwagen geschafft. Im Lkw war offensichtlich der Fahrer im Führerhaus eingeklemmt. Der Rettungsdienst wurde umgehend angefordert.

Gut versteckt hinter einer Hecke und in einem angrenzenden Getreidefeld sahen sich ein gutes Dutzend Beobachter der Feuerwehr die Abläufe an. Sie gehörten zu den wenigen Eingeweihten, die von der Übung wussten. Gut ein Jahr hatte die Vorbereitung dieser Gefahrgutübung gedauert, die Mitglieder der Feuerwehr Ippinghausen ausgearbeitet hatten.

Ganze Arbeit war von der Planungsgruppe geleistet worden, die über die Kasseler Bergungsfirma Schnittger den Tanklaster besorgt hatte, der die Übung so außergewöhnlich machte und vor allem auch so glaubwürdig. Dass das Szenario derart echt wirkte und den Einsatzkräften erst nach mehr als 20 Minuten dämmerte, dass sie mitten in einer Übung steckten, war auch den Notfalldarstellern des DRK Kassel-Land zu verdanken, die die Unfallopfer mimten.

Die Verletzten aus dem Pkw waren bald versorgt und bereit zum Transport in eine Klinik, allein der Eingeklemmte im Lkw war noch nicht befreit. Hydraulisches Gerät wurde eingesetzt, mit der Schere versuchte man, das Dach der Kabine zu entfernen.

Genau an diesem Punkt - die Übung lief seit einer guten Stunde - brach Wolfhagens Stadtbrandinspektor Frank Brunst die Aktion ab. „Die Stabilität des Lkw hat sich dramatisch verändert. Um den Mimen im Führerhaus nicht zu gefährden, wurde die Übung beendet.“ Brunst weiter: „Das, was wir sehen wollten, die Baustellen und Defizite, haben wir gesehen. Im Großen und Ganzen lief die Sache aber rund.“

Gegen 1.30 Uhr am Samstag hatten die Wehren die Straße wieder besenrein und konnten abrücken.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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