Angeklagter nicht erschienen

Tankstellen- und Spielothekenüberfälle: Prozessauftakt geplatzt

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Schwalm-Eder. Gleich mehrere Tankstellen und eine Spielothek sollen sechs Männer aus dem Schwalm-Eder-Kreis überfallen haben, deshalb sollten sie sich ab Dienstag vor dem Kasseler Landgericht verantworten. Doch der Prozessauftakt ist geplatzt.

Grund dafür: Einer der Angeklagten ist nicht erschienen. Er soll nun beim nächsten Termin am Montag, 3. März, von der Polizei vorgeführt werden.

Vorgeworfen wird ihnen gemeinschaftliche schwere räuberische Erpressung. Die Vorwürfe gegen die Männer wiegen schwer: Ein 20-Jähriger aus Homberg, der in Untersuchungshaft sitzt, soll am späten Abend des 22. Februars 2012 gemeinsam mit einem 23-Jährigen aus Wabern eine Tankstelle in Knüllwald überfallen haben. Der 23-Jährige soll die Kassiererin mit einem Messer bedroht und so 800 Euro ausgehändigt bekommen haben. Anschließend sollen sie mit dem Wagen des Hombergers geflüchtet sein.

Ähnlich sollen sie am 29. Februar 2012 in Freiburg und am 1. März 2012 in Kehl vorgegangen sein. Dabei erbeuteten sie insgesamt 1300 Euro.

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Im Mai sollen drei der Angeklagten - der 20-jährige Homberger und ein 32-Jähriger aus Homberg sowie ein 22-Jähriger aus Wabern - gemeinsam eine Tankstelle in Fritzlar überfallen haben. Während einer von ihnen im Fluchtauto wartete, sollen die beiden anderen mit Sturmhauben maskiert die Tankstelle betreten und die dort tätige Angestellte mit einem Messer bedroht haben. Diese soll daraufhin 475 Euro an die Männer ausgehändigt haben.

Einen Monat später, im Juni, sollen die Männer aus Homberg erneut zugeschlagen haben. Diesmal sollen sie eine Tankstelle in Melsungen überfallen und insgesamt 1000 Euro erbeutet haben.

Gemeinsam mit einem ebenfalls Angeklagten aus Bad Emstal sollen sie im August eine Spielothek in Homberg überfallen haben. Diesmal sollen sie eine Spielaufsicht mit einem Messer bedroht und 700 Euro erbeutet haben.

Ebenfalls im August sollen diese drei Angeklagten auch eine Tankstelle in Rinteln überfallen und 7000 Euro gestohlen haben.

Damit noch nicht genug: Die drei Homberger sollen am Abend des 16. Oktober 2012 schließlich gemeinschaftlich eine Tankstelle in Neuental überfallen haben. Diesmal sollen sie eine Angestellten der Tankstelle mit einem Revolver genötigt haben, ihnen Bargeld in Höhe von 2400 Euro zu geben. Außerdem schlugen sie der Angestellten mit der Faust ins Gesicht, wodurch die Frau eine blutige Wunder erlitten haben soll.

Der 20-jährige Homberger muss sich zudem wegen des Verdachts der Volksverhetzung verantworten. Er soll auf einem Nachrichtenportal im Internet erschienenen Artikel mit judenfeindlichen Worten kommentiert haben.

Zu den Hauptverhandlungsterminen sind insgesamt 21 Zeugen geladen. (may)

Quelle: HNA

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