Heiko Schwartz, Nicole und Rolf Besser haben einen Dorfladen in Beiseförth eröffnet

Tante Emma ist zurück

Hochbetrieb: Heike Sauer (links) und Heiko Schwartz (Zweiter von links) hatten am Eröffnungstag gut zu tun, um die Kundenwünsche schnell zu erfüllen. Fotos:  Müller-Neumann

Beiseförth. Backwaren, Wurst, Getränke und vieles mehr, was täglich im Haushalt benötigt wird, gibt es seit Samstag in Beiseförth. Über zehn Jahre lang mussten die Beiseförther nach Malsfeld, Melsungen oder Morschen mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Seit Samstag können sie einen Teil ihrer Einkäufe mitten im Dorf erledigen.

Der Melsunger Heiko Schwartz sowie die Malsfelder Rolf und Nicole Besser haben sich zusammengetan, und im einstigen Edeka- und späteren Schlecker-Geschäft einen Dorfladen eröffnet. Die Beiseförther und auch einige Auswärtige, die am Samstag das Geschäft füllten, riskierten mehr als einen Blick: Kistenweise wurden Getränke gekauft, das Brotregal war gegen Mittag fast leer, Bäcker Siebold aus Neumorschen musste weitere frische Brötchen liefern. Frisches Gehacktes, Rote Wurst aus Wildfleisch und andere Wild-Produkte gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Die Angestellte Heike Sauer, die noch Unterstützung von einer weiteren Kollegin erhalten wird, hatte alle Hände voll zu tun. Auch Heiko Schwartz und Nicole Besser waren am Eröffnungstag eingespannt.

Mehr ein Hobby

Die drei Betreiber betrachten den Laden eher als Hobby denn als finanzielles Standbein. Heiko Schwartz: „Es ist mehr was zum Spaß.“ Dabei setzen sie weitgehend auf regionale Produkte. Neben dem selbst geschossenen Wild der Freizeit-Jäger kommen die Wurst- und Fleischwaren vom Hof Ackermann aus Ostheim. Kartoffeln, Obst und Gemüse, die zurzeit noch nicht angeboten werden, sollen von Landwirten aus der Umgebung entsprechend der Saison geliefert werden. Sobald das Kühlregal aufgestellt ist, werden auch Milchprodukte und andere Frischwaren verkauft.

Vor drei Jahren kaufte Schwartz das Fachwerkhaus und das leere Ladengeschäft, in dem zunächst noch ein Handwerker arbeitete, um dort Wild zu zerlegen und zu verkaufen. Im November vergangenen Jahres fiel dann die Entscheidung, dort einen richtigen kleinen Laden zu eröffnen.

Daran sind die Beiseförther nicht ganz unschuldig. Denn immer wieder wurde der Wunsch geäußert, wieder richtig im Dorf einkaufen zu können. Und so haben auch viele Nachbarn mitgeholfen, den Verkaufsraum herzurichten und schon vor der Eröffnung geschaut, was sich da tut.

Nun können sie jeden Tag von 7.30 bis 12 und von 15 Uhr bis 18 Uhr sowie samstags von 7 bis 13 Uhr einkaufen – wie früher, als es noch in fast jedem Dorf einen Tante-Emma-Laden gab. (bmn)

Quelle: HNA

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