Tatort Internet: Mehr Kriminelle im Netz

Schwalm-Eder. In der virtuellen Welt häufen sich die Tatorte: Immer mehr Menschen werden im Schwalm-Eder-Kreis zu Opfern und Tätern von Internetkriminalität. In der Region haben sich die Anzeigen von Straftaten, die mit dem Computer begangen wurden, in fünf Jahren verdoppelt.

 Tendenz steigend. Im Jahr 2009 registrierte die Polizei kreisweit 410 Fälle von Internetkriminalität. Fünf Jahre zuvor waren es noch 221 gewesen. In der Hauptsache geht es dabei um Betrugsstraftaten, aber auch 27 Beleidigungen, zwölf Fälschungen und elf Fälle von Kinderpornographie beschäftigten die Beamten, die sich immer stärker für die Ermittlungsarbeit auf virtuellen Tatorten rüsten.

Die spezielle Ausbildung dieser Polizeikräfte scheint sich zu lohnen, denn die Ermittlungsarbeit ist im Vergleich mit anderen Deliktsfeldern äußerst erfolgreich: 86 Prozent der Fälle aus dem vergangenen Jahr seien bereits aufgeklärt, sagt Reinhard Giesa, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Im Vergleich dazu die durchschnittliche Aufklärungsquote: Sie lag im Landkreis bei 63,2 Prozent.

Als Grund für die effektive Aufklärung nennt Giesa die Unbedarftheit mancher Täter: „Die meisten fühlen sich unbeobachtet, wenn sie vorm Computer zu Hause sitzen. Da sind die Verführungen groß.“ Mit Hilfe der Technik habe die Polizei aber gute Chancen, die Internet-Täter ausfindig zu machen, von denen es seiner Einschätzung nach immer mehr geben werde.

Ein Schwerpunkt der Arbeit sei die Aufklärung von Betrug. Darunter falle etwa das Ausspähen und der Missbrauch von Daten, mit denen dubiose Geschäfte gemacht würden.

Diese Beobachtung macht auch die Verbraucherzentrale in Borken. „Immer mehr Menschen kommen zu uns, die Opfer von Betrügern im Netz geworden sind“, sagt Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen. (bal)

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Quelle: HNA

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