Taxifahrer an Silvester: Die Nacht der Nächte

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Homberg. Während in der heutigen Samstagnacht viele Menschen im Landkreis vergnügt ins neue Jahr feiern, behalten sie einen klaren Kopf: Silvester ist für Taxifahrer wie Alexander Meißner die Nacht des Jahres. Bis zu 420 Kilometer fährt jedes der fünf Autos des Homberger Unternehmens in dieser Nacht.

Die Nacht beginnt für Meißner und sein Team bereits um 17 Uhr. „Es bleibt uns kaum Zeit, um mal aufs Klo zu gehen“, sagt Meißner und lacht. Hat er seine Fahrgäste erstmal abgesetzt, warten schon die nächsten Kunden auf ihn. Das ist gewiss.

„Heute Nacht wird das Telefon ohne Pause klingeln“, sagt Katrin Meißner. Bis zu 60 Anrufe in der Stunde seien normal. Doch viel Zeit für die Gespräche kann sie sich nicht nehmen. „Ich frage alles ganz gezielt ab. Ort und Name sind entscheidend“, sagt sie. Katrin Meißner hat in der Silvesternacht ebenfalls Dienst. In der Zentrale. „Ich koordiniere die Touren der Fahrer und vor allem muss ich die Kunden auf längere Wartezeiten vorbereiten“, sagt sie.

Die längste Wartezeit in einer Silvesternacht waren drei Stunden, erinnert sich die Zentralistin. Deshalb seien Vorbestellungen der sicherste Weg. Denn die Wartezeiten seien bei allen Taxiunternehmen in der letzten Nacht des Jahres besonders lang. „Deshalb ist es auch gut, wenn wir bei unseren Touren nicht auf die Fahrgäste warten müssen“, sagt Alexander Meißner. „Wenn wir bei jedem Kunden zehn Minuten vor der Tür stehen, kommt es nach sechs Kunden schon zu einer Stunde Verzögerung“, erklärt er.

Um ja keinen Zeitverlust zu haben, nehmen sich viele Fahrer Essen und Trinken mit in das Auto. „Wenn man stundenlang hinter dem Steuer sitzt, dann muss man sich auch mal stärken“, weiß Meißner.

Lediglich um Mitternacht, da legen er und seine Fahrer eine Pause ein. „Ich fahre dann zu meiner Frau, um mit ihr ins neue Jahr zu starten“, sagt der Taxiunternehmer. Den Heringssalat, den es traditionell zu Silvester im Hause Meißner gibt, den hat Alexander Meißner bereits am Vormittag zubereitet.

Doch lange dauert diese Verschnaufpause nicht. „Maximal 15 Minuten“, sagt er. Dann sei er wieder auf den Straßen des Landkreises unterwegs. Zwei Wünsche hat das Paar für die heutige Nacht: „Verständnisvolle Fahrgäste.“ Und echtes Taxifahrer-Wetter. „Freie und trockene Straßen.“

Für Alexander Meißner ist klar, dass all das, was in der Silvesternacht – und nicht nur dann – im Taxi erzählt wird, auch dort bleibt. „Diskretion ist uns sehr wichtig“, versichert er. Gerade wenn Alkohol im Spiel sei, sitze manch einem Fahrgast die Zunge locker. „Da bekommt man auch heikle private Angelegenheiten mit“, sagt Meißner und will nicht mehr verraten.

So viel Respekt würde er sich auch von einigen Partygängern wünschen. „Es ist nicht schön, wenn man einen weiten Anfahrtsweg hat und der Kunde ist dann weg.“ Ebenfalls nicht zum Lachen sei es, wenn Böller unter die Fahrzeuge geworfen werden.

Doch eine schöne Geste sei für jeden Taxifahrer ein gutes Trinkgeld. „Dann fängt das Jahr auch für uns gut an.“

Quelle: HNA

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