Hier werde auch viel gelacht

Team im Hospiz Kellerwald in Gilserberg begleitet Schwerstkranke

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Fühlt sich rundum umsorgt: Hospizgast Reinhard Otto mit von links Einrichtungsleiterin Erika Karama und den Fachkräften Thekla Keim, Stephanie Appel, Monja Kinnel und Larissa Weber.

„Ich fühle mich hier wunderbar aufgehoben. Man kümmert sich wirklich gut um mich“, sagt Reinhard Otto, der seit gut vier Wochen Gast im Kellerwald-Hospiz ist und dem dort ein Stück seines Sorgenpakets abgenommen werden konnte. 

„Hier zählt der Mensch. Wir begleiten die Menschen auf ihrem Weg und lassen sie zur Ruhe kommen“, sagt Einrichtungsleiterin Erika Karama.

Ein Praktikant umschrieb die Atmosphäre im Hospiz mit den Worten, dass das Hospiz ein freundlicher Ort sei, an dem durchaus viel gelacht werden würde: „Kein hämisches, hinterhältiges Lachen, sondern ein freudiges, lebensbejahendes Lachen.“ Selbstverständlich aber seien auch Tränen und Trauer jederzeit erlaubt, so Karama.

Viele Menschen hätten die Vorstellung, dass es in einem Hospiz trist und dunkel sei. Die Realität sei ganz anders, sagt die Leiterin. Viele Hospizgäste kämen in einem sehr gestressten, schmerzgeplagten Zustand ins Haus. Kaum angekommen, fänden die meisten dann aber recht schnell zur Ruhe und könnten ihre Anspannung abbauen.

Das Fachpersonal begleite neben den Betroffenen auch die Angehörigen und spüre beispielsweise der Frage nach: „Was braucht der Mensch noch wirklich?“ In Gesprächen könnten die Mitarbeiter Fragen beantworten, ein guter Zuhörer sein oder auch helfen, Symptome zu erklären. „Im Fokus steht immer unser Gast. Der Gast bestimmt ganz individuell, was ihm gut tut. Hier gibt es keine Taktung wie im Krankenhaus oder Pflegeheim“, versichert Karama.

Die 24-Stunden-Versorgung durch Fachkräfte und ein Palliativteam entlaste pflegende Angehörige: „Als Hospiz schenken wir den Angehörigen Raum für den Verabschiedungsprozess“, sagt die Hospizleiterin. 20 Fachkräfte (19 Frauen, ein Mann) arbeiten im Hospiz in Voll- und Teilzeit. Sie alle nehmen an Fachweiterbildungen im Palliativ-Care-Bereich teil und bringen eine gute Beobachtungsgabe und viel Empathie mit. „Für die Arbeit im Hospiz benötigt man neben Mut ein hohes Maß an Professionalität. Wer alle Sorgen mit nach Hause nimmt, verliert bald die eigene Kraft“, so Karama.

Das Team habe gut zueinander gefunden, ergänze sich im Umgang mit den Betroffenen. Im Haus würde regelmäßig gefeiert und die vier bis fünf Mal im Jahr stattfindenden Gedenkfeiern für die Verstorbenen seien immer wieder ein berührendes Zusammenkommen von Angehörigen. „Die meisten blicken trotz des Verlustgefühls in Dankbarkeit auf die Zeit im Hospiz zurück“, erklärt Erika Karama. Für alle Verstorbenen wird im Rahmen der Gedenkfeier ein Stein im Erinnerungsgarten niedergelegt.

Quelle: HNA

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