Technik für Tunesien

THW Ortsverband: Aufbauhilfe für nordafrikanischen Zivilschutz

Fortbildung: Insgesamt 36 Helfer des tunesischen Katastrophenschutzes wurden bislang beim THW weiter gebildet. Sie sollen im eigenen Land den Zivilschutz aufbauen. Fotos:  2 Privat/nh/1 Rose

Treysa. Seit 2012 engagiert sich das Technische Hilfswerk (THW) im Aufbau des Bevölkerungsschutzes in Tunesien: Dabei sind nicht nur die Erfahrungen der Helfer gefragt, auch für Ausrüstung ist die tunesische Katastrophenschutzbehörde (ONPC) dankbar.

Die Behörde treibt den Aufbau ehrenamtlicher Strukturen im Land voran. Unterstützt wird sie dabei vom THW, unter anderem vom Ortsverband Schwalmstadt. Schirrmeister und Kraftfahrer Steffen Sauer war im April fünf Tage unterwegs, um mit seinem Team sieben Lastwagen ins 965 Kilometer entfernte Genua zu überführen.

Von dort aus wurden die Fahrzeuge per Fähre nach Tunesien verschifft, wo sie von Vertretern der ONPC in Empfang genommen wurden. Die Fahrzeuge waren beim THW und der Bundeswehr ausgemustert worden. „Die meisten stammten aus den 1980er-Jahren, waren aber technisch einwandfrei“, erläuterte der Schirrmeister. Bis jetzt wurden 42 Einsatzfahrzeuge nach Tunesien geliefert.

Die Struktur des THW als eine von Ehrenamtlichen getragene Einsatzorganisation der Regierung sei weltweit einzigartig – das Interesse anderer Länder deshalb groß, sagte Sauer. In Tunesien hätten sich den drei Ortsverbänden in Ben Arous, Sidi Bouzid und Jendouba seit Beginn der Kooperation bereits 200 Freiwillige angeschlossen. Zwischen Februar und April besuchten drei Gruppen der tunesischen Regierungsbehörde zusätzlich Fortbildungen beim THW. Das Training umfasste etwa die Bereiche Sicherheits- und Arbeitsschutz sowie Ausbildungseinheiten zu Gefahrstoffen und Gefahrgütern. Dazu kamen praktische Übungen wie das Einreißen von Wänden und Holzarbeiten. Da das Land immer wieder von Hochwassern geplagt ist, beschäftigten sich die Tunesier intensiv mit dem Bau von Sandsack-Deichen. „36 Ausbilder geben dann ihr Wissen an die Ehrenamtlichen in ihrer Heimat weiter“, erklärte Steffen Sauer. „Auch andere Länder, etwa China, adaptierten das THW-Konzept“ sagte Danny Chahbouni, Pressesprecher beim Ortsverband Schwalmstadt.

Im Ortsverband engagieren sich 20 Ehrenamtliche, davon vier Frauen. Mit 15 jungen Leute habe man eine starke Jugendgruppe. Jeder sei willkommen, und vor allem jeder einsatzbereit: „Vom zehnten Lebensjahr bis ins Rentenalter“, sagt Chahbouni. Spezialisiert ist der Ortsverband auf die Bergung.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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