50 Jahre THW-Ortsverband in Schwalmstadt – Morgen Tag der offenen Tür

Techniker für Katastrophen

Die Truppe Anfang der 60er-Jahre: Zunächst trafen sich die Helfer in drei Unterrichtsräumen im Hause Happel in der Treysaer Wagnergasse. Foto: Privat/nh

Treysa. Vor genau 50 Jahren gründete sich der THW-Ortsverband Schwalmstadt: Treffpunkt für die Gründungsversammlung war das Gasthaus Schmidt in der Strauchgasse in Treysa. Am kommenden Wochenende wollen die Helfer des Ortsverbandes mit einem Tag der offenen Tür an die Geschichte der Organisation erinnern.

In Treysa machten die Gründungspläne 1961 schnell von sich reden: 50 Personen kamen zur ersten Versammlung, darunter Vertreter der Feuerwehr und des Roten Kreuzes. „Sie befürchteten, dass das THW ihnen Konkurrenz machen könnte“, erläutert der Öffentlichkeitsbeauftragte Thomas Krug. „Dabei bieten wir rein technische Hilfe an.“

Sind bei den Vorführungen dabei: Thomas Krug (links) und Danny Chahbouni. Foto: Rose

1962 wurden im Hause Happel in der Treysaer Wagnergasse drei kleine Unterrichtsräume eingerichtet, der Landesverband stellte die notwendigen Einrichtungsgegenstände, Bekleidung und Ausbildungsgeräte. Schnell stieg die Zahl der Helfer, die sich ausbilden lassen wollten, auf 20 an. Die Räume wurden bald zu eng.

Geeigneter erschien ein Gelände im Ulrichsweg gegenüber dem Bahnbetriebswerk in Treysa. Mehr als 30 Jahre war die Fläche, die seit über einem Jahrhundert als Sandgrube diente, nicht genutzt worden. Nachdem die Stadt dem THW das Gelände kostenlos überließ, fanden die Helfer auf dem 600 Quadratmeter großen Grundstück ihr neues Domizil. Auf dem Nachbargrundstück - einem alten ungenutzten Schießstand - richteten sich die Retter einen Trainingsplatz mit einem elf Meter hohen Holzturm und drei Plattformen und Auslegern zum Abseilen ein. Beim Bau einer Garage bewiesen die Helfer Einfallsreichtum: Die Dachkonstruktion wurde vom Frankfurter Flughafen ab- und in Treysa anmontiert. Auch eine alte Holzhütte aus der Gemeinde Wilingshausen wurde demontiert und beim THW wieder aufgebaut. Ein ständiges Provisorium blieb die Unterkunft bis Herbst 2007: Auf den Abriss folgte ein Neubau.

Heute besteht der Ortsverband aus einem Technischen Zug und einer Fachgruppe Ortung. Um die 20 Helfer sind aktiv, weitere zehn sind in Reserve. Zehn Jugendliche engagieren sich in einer Jugendgruppe.

Zu den größten Einsätzen der Schwalmstädter Retter gehörten das Grubenunglück 1988 in Stolzenbach, die Oder-Flut 1997, das Elbe-Hochwasser im Jahr 2002 und der Stromausfall im Münsterland 2005.

Helm wie eine Eierschale

Viele alte Zeitungsartikel und Fotografien dokumentierten die Geschichte des Schwalmstädter Ortsverbandes. Thomas Krug und Danny Chahbouni bereiten dazu eine Ausstellung vor. Zu sehen sind darin am Samstag auch historische Einsatzanzüge sowie der so genannte Calimero-Helm. „Der hieß so, weil die Helfer aussahen, als hätten sie eine Eierschale auf dem Kopf“, erläutert Chahbouni.

Quelle: HNA

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