Satellit steuert den Traktor

Technologischer Fortschritt soll für mehr Effizienz in der Landwirtschaft sorgen

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Ganz entspannt am Steuer: Der Traktor wird nicht vom Fahrer gelenkt, sondern über einen Satelliten.

Homberg. Wenn zukünftig Landwirte entspannt und mit verschränkten Armen ihre Kreise auf den Äckern ziehen, dann liegt das an der von Satelliten gesteuerten Lenkung.

Die mit dem so genannten RTK- (Real-Time-Kinematik oder Echtzeit-Korrektur) Empfänger ausgestatteten Schlepper oder Erntemaschinen lassen sich über mobiles Internet auf den Zentimeter genau lenken.

Damit werde der Schlepperfahrer nicht überflüssig, aber es erleichtere die Arbeit und ermögliche eine noch genauere Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutz, erklärte am Dienstag der Landesvorsitzende der hessischen Maschinenringe, Friedrich Schäfer, auf dem Gelände der Biogasanlage in Homberg vor Landwirten.

Mit einem Festakt nahmen die Maschinenringe in Hessen nun ein flächendeckendes Korrektursignal in Betrieb. "Mit fest installierten Antennen werden nun die Satelliten-Angaben korrigiert und erreichen eine Genauigkeit von bis zu wenigen Zentimeter", erläuterte Andrea Reichhardt von der Firma, die eines dieser Systeme entwickelt hat.

Das GPS-Signal weiche in der Regel einige Meter vom tatsächlichen Wert ab und sei damit für die Landwirte ziemlich wertlos. Mit der korrigierten Ortsangabe könnten aber Arbeiten supergenau ausgeführt werden.

Eine Antenne erreicht im Umkreis von 30 Kilometer 286.000 Hektar Fläche. In ganz Hessen werden durch die Vernetzung mehrere Antennen so genannter RTK-Basis-Stationen bereits drei Millionen Hektar mit diesem Korrektursignal angepeilt. Das gesamte Gebiet erstreckt sich von Nordhausen bis Heidelberg und von Koblenz bis Erfurt. Was das bringt, schilderte der hessische Bauernverbandspräsident Friedhelm Schneider.

Beim Drillen (Säen) werde der Einsatz besonders deutlich. Denn die Saatreihen könnten exakt eingehalten werden, was bei späterer Bearbeitung bis hin zur Ernte zu einem reibungslosen Arbeitsablauf führt. Das spare Betriebsmittel, Kraftstoff und Arbeitszeit.

Umwelt-Staatssekretär Mark Weinmeister (Guxhagen) erklärte stolz: "Ein hessisches Unternehmen, die Reichhardt GmbH, bietet für einen hessischen Betreiber, den Verband Hessischer Maschinenringe - für die hessischen Landwirte eine Effizienzsteigerung an."

Quelle: HNA

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