Ten Sing-Festival: Gäste schlafen in Schulen und Turnhallen – und duschen im Freibad

Ten-Sing-Festival: Schlafen in der Schule, Duschen im Freibad

+
Gäste mit der weitesten Anreise: Die Ten Sing-Gruppe aus Brasilien verbringt insgesamt zwei Wochen in Deutschland. 

Ziegenhain. Marcio Nery, Marcos Koynny und Luis Gregorius aus Sao Paulo schlafen mit mehr als zwei Dutzend jungen Leuten in einem Klassenzimmer. Die Brasilianer sind – wie alle anderen Gäste des Ten Sing-Festivals auch – in Schulen und Turnhallen in Treysa und Ziegenhain untergebracht.

„Wir finden das ganz normal, es ist völlig in Ordnung“, sagen die drei Brasilianer. „Allein in der Berufsschule campieren 300 Jugendliche“, erklärt Karin Terodde, die im Organisationsteam für die Unterbringung zuständig ist.

Fotos: Ten-Sing-Treffen in Ziegenhain

Ten Sing-Treffen in Ziegenhain

Das Lager ist einfach, aber zweckmäßig: Die Tische, die jetzt an allen vier Wänden stehen, sind Ablagefläche für Koffer und Taschen, die Stühle wurden kurzerhand zu Handtuchhaltern umfunktioniert. Eine Isomatte samt Schlafsack reiht sich auf dem Boden an die nächste. „Schon im Oktober haben wir die Räume ausgemessen. Man rechnet etwa drei Quadratmeter pro Person“, sagt Terrode.

Galerie: Camping beim Ten-Sing-Festival

Ziegenhain: Camping beim Ten-Sing-Festival

Ein wenig knifflig sei, die optimale Zeit zum Duschen zu finden. Denn für so viele Menschen seien die Duschen nicht ausgelegt, häufig sei das Wasser kalt. Wer nicht anstehen will, der pilgert samt Waschzeug ins Ziegenhainer Freibad. „Von sieben bis neun Uhr dürfen alle Ten Singer kostenlos dort duschen“, erklärt die junge Frau.

Die Jugendlichen sind gruppenweise in der Carl-Bantzer-Schule, der Grundschule, der Schule im Ostergrund, der Kulturhalle und im Gemeindehaus untergebracht – jeweils getrennt nach Geschlecht. Svenja Levermann und ihre Schwester Yara aus Berlin haben sich mit der Übernachtungssituation bestens arrangiert. „Wo wir schlafen, ist völlig egal. Uns ist wichtig, Ten Sing zu erleben und viele andere Jugendliche kennen zu lernen“, erklären die Schwestern.

Auch Maria Eduardo Gaidies aus Brasilien schwärmt von der Atmosphäre: „In Brasilien gibt es Ten Sing erst seit eineinhalb Jahren – es ist toll, so viele zu treffen“, erklärt die junge Frau. Insgesamt zwei Wochen verbringt die Gruppe in Deutschland. Zuvor besuchten sie Berlin. Das Ten Sing Ostwerk hat eine Förder-Partnerschaft für Brasilien initiiert.

Während die Gäste das Lagerleben sichtlich genießen, beschäftigt sich Karin Terodde schon wieder mit ganz praktischen Dingen. Einige Gäste haben sie auf die Türen angesprochen, die nachts häufig und laut ins Schloss fallen. „Wir werden versuchen die Türen mit einem Vlies zu puffern“, hat sie beschlossen.

Andere Gäste wünschen sich einen Umzug: Das Stromaggregat im Hof produziert Abgase, die in ihren Schlafraum ziehen. Gebraucht wird das Gerät aber vom Küchenteam. Denn in der Berufsschule werden alle Mahlzeiten vorbereitet. Karin Terodde bleibt gelassen und freundlich: „Kein Problem, das kriege ich hin.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare