HNA-Leserbeirat bewertete Erfahrungen mit der Tageszeitung

Tendenz: positiv

Sie machen demnächst mal selber Zeitung: Der Leserbeirat Fritzlar-Homberg mit von links Stefanie Schmitt, Svenja Schwenzer, Sabine Flor, Horst Kranz, Klaus Bölling und Hajo Rübsam. Rechts Schwalm-Eder-Redaktionsleiter Heinz Rohde. Foto: ula

Fritzlar/Homberg. Seit 18 Monaten begleiten engagierte und kritische Menschen als Leserbeirat die HNA-Lokalausgabe Fritzlar-Homberg. Sie haben sich mehrere Male getroffen und mit den Machern über die Zeitung diskutiert, die sich damals, im Sommer 2009, gerade ihre neue Blattstruktur gegeben hatte mit der lokalen Berichterstattung vorn.

Am Montagabend stellten sie einmütig fest: „Wir haben uns inzwischen dran gewöhnt.“ Trotz anfänglichen Unmuts über die Entscheidung, die Artikel zur Weltpolitik weitgehend ins zweite Produkt und damit nach hinten zu verschieben, habe er inzwischen sein Leseverhalten geändert, sich auf die neue Struktur eingestellt, sagte zum Beispiel Klaus Bölling (Homberg). Hajo Rübsam wiederum findet es angenehm, dass man politische Leitthemen immer häufiger auf Seite 1 der Zeitung findet, zumindest als Foto oder als kurze Nachricht, die auf weitere Berichte im Inneren des Blattes verweisen. Den Mix, wie er ihn jetzt sehe, den finde er ganz gut, sagte er.

Die Leserbeiräte fühlen sich in vielen Fällen von der HNA schnell und umfassend informiert, als positives Beispiel nannten sie den Giftunfall in Homberg. Die Ergebnisse der umfassenden Recherche durch die Zeitung habe das Problem des Umgangs mit Gefahrgütern erst deutlich gemacht.

Überhaupt gab es Lob für die vielen Frage-Antwort-Erklärstücke in der HNA, mit denen komplizierte Sachverhalte erläutert würden. Die Leserbeiräte wünschten sich jedoch noch mehr und häufigere Erklärungen und Hintergrundinformationen. „Manche Vorgänge und Begriffe kann man als Leser einfach nicht nachvollziehen, da sind wir auf die Hilfe der Zeitungsmacher angewiesen“, betonte Sabine Flor (Neuental).

Mehr Pro-und-Kontra

Gewünscht werden außerdem mehr Pro-und-Kontra-Artikel, in denen zwei Positionen zu einem Them deutlich werden. Und die Frage, inwieweit Katastrophen und Unfälle immer auch mit Foto ganz vorne abgebildet werden müssen, blieb strittig.

HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden war Gast beim Leserbeirat in Fritzlar und berichtete über das Ergebnis einer Studie der Universität Leipzig. Man habe sich viel davon versprochen, die Ergebnisse seien aber wenig zufriedenstellend, sagte er.

Es seien 120 Leser der HNA und 60 Online-User zu ihrer Meinung über das Angebot befragt worden. jedoch habe man ihnen keine andere Zeitung als Vergleich angeboten. Damit seien die Ergebnisse kaum aussagekräftig, bedauerte Seidenfaden.

Für die sechs Leserbeiräte wird es übrigens jetzt ernst: Sie werden am 8. April nicht nur Gäste in den Redaktionen Homberg und Fritzlar sein, sondern sie sollen dort mit entscheiden, was so wichtig ist, dass es am nächsten Tag in der HNA stehen muss. (ula)

Quelle: HNA

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