43-Jähriger überlebte Unglück mit Space Ship Two

Abgestürztes Raumflugzeug: Pilot hat Wurzeln in der Schwalm

Der Testpilot mit Schwälmer Wurzeln, Peter Siebold, arbeitete seit Jahren für das Unternehmen Virgin Galactic.

Schwalmstadt. Der Pilot, der am Freitag den Absturz des Space Ship Two in den USA überlebt hat, hat eine enge Verbindung in die Schwalm. Der 43-Jährige ist der Patensohn von Dr. Peter Siebold (Ziegenhain) und heißt nach seinem Onkel ebenfalls Peter Siebold.

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Seine Tante, Waltraud Siebold, berichtete, dass Siebold mit dem Fallschirm aus 45.000 Fuß Höhe (über 13 Kilomter) zur Erde gestürzt war. Die Nachricht vom Absturz des Flugzeuges erreichte die Familie in der Schwalm am Freitagabend. „Wir wussten eine zeitlang nicht, welcher von den beiden Piloten umgekommen war“, berichtete Waltraud Siebold. Die Erleichterung sei nach der für die eigene Familie guten Nachricht natürlich riesig gewesen.

Das sagt Karl-Heinz Siebold 

Für den Cousin des Verunglückten, Karl-Heinz Siebold, Professor für Luft- und Raumfahrttechnik in München, ist es „eigentlich ein Wunder“, wie Peter Siebold sich mit dem Fallschirm aus dem Space Ship Two retten konnte, denn es war in einer Höhe von mehr als 13 Kilometern knapp über der Schallgeschwindigkeit unterwegs gewesen, bevor möglicherweise zu früh ein Mechanismus ausgelöst hat, der das Spaceship beim Wiedereintritt stabil halten und für die Abbremsung sorgen sollte. „Die Gründe dafür sind das Hauptthema der behördlichen Untersuchung des Unfalls, bei dem das Fluggerät auseinanderbrach. Zuerst wurde der neue Raketenmotor verdächtigt, eine Explosion ausgelöst zu haben. Das hat sich aber nicht bestätigt.“

Laut der Verwandten in den USA geht es dem 43-Jährigen körperlich überraschend gut. Er befindet sich streng von Medien abgeschirmt in einem Krankenhaus in Kalifornien. Der Trümmerbruch seiner Schulter müsse noch operiert werden, eine Lungenprellung schätzen die Ärzte als unkompliziert ein. Allerdings ist Peter Siebold wegen des Todes des anderen Piloten traumatisiert, er sei mit seinem Kollegen Michael Alsbury eng befreundet gewesen.

„Entscheidend ist jetzt, wie dieses Trauma behandelt wird“, so Waltraud Siebold. „Wir sind aber der Überzeugung, dass Peter wieder fliegen wird.“ Er sei von Kindesbeinen an vom Fliegen fasziniert und wurde zum Piloten ausgebildet. Außerdem studierte er Luft- und Raumfahrttechnik.

Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wohnt Siebold in der Nähe seines Arbeitsplatzes in einem kleinen Ort in der Wüste Mojave in Kalifornien.

In Ziegenhain war er in seiner Kindheit und Jugend einige Male zu Besuch. Den ersten Pilotenschein erwarb er mit 16 Jahren. Mit seinem Kollegen Alsbury hatte er das Space Ship Two bereits viele Male geflogen. Als Testpilot hat Siebold eine in den USA hoch angesehene Auszeichnung: Er ist Träger des selben Preises wie die Flug- und Raumfahrtlegenden Chuck Jaeger und Neil Armstrong, berichtete Prof. Karl-Heinz Siebold (München), der Cousin des Verunglückten. Er traf seinen Verwandten zuletzt vergangenen Sommer in Kalifornien.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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