Operation am offenen Herzen

Teurer Schaden an Homberger Burg: 40.000 Euro für Reparatur der Mauer

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Blick ins Innere der Burgmauer: Während der Mitarbeiter einer Fachfirma die Burgmauer untersucht, beraten Alfred Uloth, Nils Arndt und Horst Eckhardt über das weitere Vorgehen.

Homberg. Es ist schon aus der Ferne sichtbar: Das große Loch, das in der Mauer der Hohenburg klafft. Eine Fläche von etwa 15 Quadratmetern war Mitte Oktober aus dem Mauerwerk herausgebrochen. Mittlerweile ist das Loch etwa doppelt so groß - und wird gestopft.

Eine Fachfirma habe bereits lose Flächen rund um das beschädigte Mauerstück abgetragen, dadurch habe sich das Loch vergrößert, erklärt Heinz Ziegler, Bauamtsleiter der Stadt Homberg. Danach wurde die Fläche mit Spritzbeton aufgefüllt. Im nächsten Schritt sollen die Mauerarbeiten beginnen, sagt Nils Arndt, Technischer Leiter des Bauamtes. Läuft alles glatt, dann soll damit Anfang nächster Woche begonnen werden.

Für die Reparatur der Burgmauer muss die Stadt tief in die Tasche greifen: Bis zu 40.000 Euro werde man für die Arbeiten ausgeben müssen, sagt Ziegler. Insgesamt sind im Topf für die historischen Anlagen der Stadt jährlich 20.000 Euro. Die Hälfte davon war bereits ausgegeben. „Zu den historischen Anlagen gehört nicht nur die Burg, dazu zählt zum Beispiel auch die Stadtmauer“, erklärt Ziegler. Die historischen Anlagen seien eine ständige Baustelle.

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Die fehlenden 30.000 Euro werden als überplanmäßige Ausgaben im Haushalt verbucht. Der Magistrat habe sich bereits dafür ausgesprochen, das Geld bereitzustellen.

Gleichzeitig wird die Substanz der Mauer direkt neben der herausgebrochenen Fläche untersucht. „Das ist wie eine Operation am offenen Herzen“, sagt Ziegler und Horst Eckhardt vom Bauamt sagt, dass man mit einer Sonde in das Mauerwerk fahre und es so endoskopisch untersuche. „Das machen wir vorbeugend um zu sehen, wie es hinter den Steinen aussieht und ob weitere Teile abrutschen könnten“, so Arndt. Sollte das der Fall sein, müsste man diesen Bereich mit speziellen Ankern sichern. „Wir hoffen, dass wir keine weiteren bösen Überraschungen erleben“, sagt Ziegler.

Gleich nach dem Teile der Mauer abgerutscht waren, habe die Stadt sofort reagiert und die Zufahrt zum Besucherparkplatz gesperrt. Man müsse als Eigentümer der Burganlage der Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Zudem habe die Burg touristisch eine Bedeutung für Homberg. Aus diesen Gründen sei wichtig, schnell zu handeln.

Tief betroffen zeigte sich kurz nach dem Mauersturz Alfred Uloth, Vorsitzender des Burgberggemeinde. „Wir sind froh, dass das Loch jetzt geschlossen wird“, sagt er. 1983 sei ein ähnlich großes Stück der Burgmauer herausgebrochen. Damals hatte der Verein 40.000 Euro für die Reparatur gezahlt. „Das können wir diesmal nicht leisten“, sagt Uloth.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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