Die Schreibwerkstatt Gudensberg sucht Teilnehmer mit Spaß am Schreiben, Lesen und Interpretieren

Sie texten ohne Scheuklappen

Lesen und schreiben als Lebensaufgabe: Schreibwerkstatt-Leiter Dr. Werner Seibel. Foto: Göbel

Gudensberg. Schreiben, dichten, interpretieren und lesen – Die Schreibwerkstatt Gudensberg bietet ein vielseitiges Programm. Dennoch hat sie mit niedrigen Mitgliederzahlen zu kämpfen. Aktuell nehmen nur sechs bis acht Personen an den regelmäßigen Treffen teil.

„Viele Menschen haben Berührungsängste mit dem Schreiben von Texten, dabei gibt es dazu keinen Grund“, erklärt Dozent Dr. Werner Seibel. Akzeptanz, Toleranz und Fairness im Umgang miteinander sei das höchste Gebot der Gruppe, weshalb niemand schüchtern sein müsse.

Die Schreibwerkstatt wird gefördert von der Volkshochschule Schwalm-Eder. Menschen mit Lust am Schreiben und Lesen treffen sich alle zwei Wochen zu einer Doppelstunde im Gudensberger Rosenhaus.

Damit die Treffen nicht in einem kreativen Chaos ausarten, legt Werner Seibel Wert auf methodisches Vorgehen: „In jeder Sitzung wird zu Beginn der Text eines bekannten Schriftstellers vorgestellt, wie Hermann Hesse, Erich Fried und Rainer Maria Rilke“, erklärt der studierte Musiker und Sprachwissenschaftler. Anschließend wird über das Gedicht oder die Kurzgeschichte diskutiert und versucht, diese zu interpretieren, um sich an den Text heranzutasten. Dann kommt es zur Hauptaufgabe jeder Sitzung, dem eigenen Schreiben. Die Teilnehmer wählen dazu eine Strophe des zuvor gelesenen Textes aus, und versuchen dazu eine eigene Strophe zu verfassen. Dieses Vorgehen zahlt sich aus: Seit der Gründung der Schreibwerkstatt 2010 seien 200 bis 300 Texte entstanden, sagt Seibel.

Um einen sicheren Umgang im Schreiben zu bekommen, müssen die Teilnehmer bestimmte Hausaufgaben erfüllen. Das können Tagebucheinträge sein, die regelmäßig geschrieben werden, eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht. Später werden die verfassten Texte dann im Plenum besprochen und überarbeitet. Die besten Texte werden auf der Internetseite der Schreibwerkstatt ausgestellt.

Außerdem soll ein Sammelband entstehen, der die besten Arbeiten des Kurses abbildet. Werner Seibel wünscht sich, dass durch den neuen Internetauftritt weitere Mitglieder dazugewonnen werden können. „Was wir anstreben ist keine Sprachwissenschaft, sondern der Umgang mit der Sprache, die auf vielfältige Weise betrieben werden kann“, erklärt der 65-jährige.

Von Daniel Göbel

Weitere Informationen: Dr. Werner Seibel, Tel. 05603/918 885 oder online unter: www.schreibwerkstatt-gudensberg.de

Quelle: HNA

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