Jürgen Raiber sägt ein Kunstwerk aus einem Baumstamm für die 975-Jahr-Feier

Theater aus Eichenholz

Am Kunstwerk in Pfieffe: Jürgen Raiber (links) arbeitet mit der Motorsäge einen Puppenkopf aus dem Holz. Sandrino Sandinista Sander (rechts) hat ihn beauftragt. Foto: Vorrath

Pfieffe. Am Anfang stand ein Baumstamm. Vielmehr lag er in einem Garten in Pfieffe. Viereinhalb Meter lang. Einen Meter dick. Solide Eiche. Er liegt noch immer da, aber wie ein Baumstamm sieht er nicht mehr aus.

Mit zwei Motorsägen hat Jürgen Raiber an dem Stamm gearbeitet. Der Künstler aus Leipzig macht aus der massiven Eiche ein Dorftheater. So heißt das Kunstwerk, das im Auftrag der Ars Natura Stiftung entsteht. Zum Festzug der 975-Jahr-Feier soll es fertig sein. Inspiriert von Theaterpuppen sägt Raiber ein Kasperle, einen Teufel und einen Amtsmann in das Holz. „Das Kunstwerk fügt sich in meine bisherige Arbeit ein. Die Puppenthematik beschäftigt mich“, sagt der Künstler.

Aus dem Bauch heraus

Seine Arbeit macht er aus dem Bauch heraus. „Ich bin kein Konzeptkünstler. Kunst muss spontan entstehen“, findet der 55-Jährige. Zwei Wochen braucht er für das Dorftheater. In der vergangenen Woche arbeitete er an sechs Tagen jeweils zehn Stunden daran. „In dieser Zeit habe ich die groben Arbeiten erledigt.“ In einigen Wochen wird er für den Feinschliff wieder nach Pfieffe kommen.

Wenn alles fertig ist, wird Raiber insgesamt zwei Wochen an dem Kunstwerk gearbeitet haben. Untergebracht ist er in einer Ferienwohnung, die von der Ars Natura Stiftung bezahlt wird.

Die Stiftung entschied sich ganz bewusst für den Leipziger Künstler. „Seine Werke passen gut in das dörfliche Ambiente“, erklärt der künstlerische Leiter der Stiftung, Sandrino Sandinista Sander. In jedem Dorf gebe es schließlich Theater, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Geplant sei, das Dorftheater an der Wanderscheune in Nausis aufzustellen. „Das ist aber noch nicht ganz sicher.“ Es bestehe auch die Möglichkeit, dass das Kunstwerk in Pfieffe bleibt. Dort stehe es in jedem Fall für die 975-Jahr-Feier vom 16. bis 18. August.

Egal, wo es am Ende steht, das Dorftheater hat auch einen praktischen Nutzen. „Zwischen den Köpfen werde ich noch Sitzplätze einarbeiten“, erklärt Raiber. Für maximal acht Sitzgelegenheiten ist Platz auf dem Baumstamm.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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